Riverboat-News Nr. 07 März 2016

Liebe Vereinsmitglieder,
liebe Freunde und Förderer des Vereins,

Es ist ja nicht zu übersehen: unser Newsletter hat ein neues Outfit. Aber auch unsere Flyer, unser Internetauftritt und unsere facebook-Seite haben ein verjüngtes neues Aussehen bekommen. Und wer noch nicht wusste, dass RDI e.V. auch auf facebook zu finden ist, der sollte dort schleunigst mal nachschauen, weil es dort immer brandaktuell die neuesten Fotos und Berichte zu finden gibt. Und wir freuen uns über jedes Teilen und damit Verbreiten eines Beitrags.
Es ist ja noch nicht so lange her, dass wir unseren letzten Newsletter verschickt haben, da es aber einiges an Neuigkeiten zu berichten gibt, erreicht Euch dieser Newsletter jetzt schon im März.

Finanzierung der Projektleitung gesichert

Dank mehrerer großzügiger zweckgebundener Spenden und weiter bestehender regelmäßiger Unterstützung durch mehrere Vereinsmitglieder und Förderer ist die finanzielle Absicherung unserer Projektleitung Heike Tautz in Buniadu nun bis zum Jahresende gesichert. Allen Spendern an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür. Ende Mai wird Familie Tautz für ihren wohlverdienten Jahresurlaub nach Deutschland kommen und dann Anfang Juli nach Ende des Ramadan wieder nach Gambia zurückkehren.

Erstmalige Kooperation mit „Ärztecamp International e.V.“

Anfang März besuchten erstmals zwei Mitglieder des Münchener Vereins „Ärztecamp International e.V.“ das healthcenter Buniadu, um sich vom Charme unserer Patienten einfangen zu lassen und den hohen Standard der medizinischen Versorgung in unserer Gesundheitsstation zu bewundern. Außer ihrer Arbeitskraft als Kinderarzt, bzw. Allgemeinarzt brachten sie auch eine spürbare finanzielle Unterstützung für den Medikamenteneinkauf mit. Im April werden sie ihre Erfahrungen in München auf der Mitgliederversammlung ihres Verein vortragen, und wir hoffen auf weitere Unterstützung von dort.

Immer mehr mangelernährte Kinder

Mit Beginn des Jahres 2016 fällt die stetig zunehmende Zahl mangelernährter Säuglinge und Kleinkinder auf. Teilweise werden die Säuglinge von ihren Müttern mit einem Gewicht unter 2 kg gebracht. Meist können die Mütter aus dem einen oder anderen Grund nicht stillen, und diese Babys haben ohne den Einsatz von RDI e.V. keine Überlebenschance. So werden sie mit „Lactogen“ für einen Euro am Tag aufgepäppelt. Manchmal setzt bei der Mutter doch noch die Milchproduktion ein, manchmal müssen die Babys mit Aufbaunahrung, bzw. später mit Babynahrung versorgt werden, bis mit der Breifütterung begonnen werden kann. Fotos solcher Kinder vor und nach dem Eingreifen von RDI e.V. sind auf der homepage sowie auf facebook zu sehen. Die Kostenbelastung für unseren Verein ist allerdings hoch.
Wir haben bereits einige lebensrettende Spenden von je 62 € für eine Palette mit 12 Dosen Lactogen (reicht für 3 Monate) erhalten, vielleicht eine Anregung zur Nachahmung. Man kann so auch zu Geburtstagen o.ä. statt irgendwelchem überflüssigen Kram mal ganz einfach ein Kinderleben verschenken !!

Kosteneinsparungen mit dem Dorfkomitee abgestimmt

Anfang März fand in Buniadu ein ausführliches Gespräch zwischen RDI-Vorstand und Projektleitung auf der einen und dem Dorfkomitee auf der anderen Seite statt. Wichtigstes Thema waren die ausufernden Kosten des healthcenters speziell duch die kostenlose Abgabe von Medikamenten. Hier konnte ein beide Seiten zufrieden stellender Kompromiss gefunden werden. In Zukunft wird das healthcenter Medikamente nicht mehr kostenlos abgeben, sondern zum Einkaufspreis, was etwa einem Viertel bis Zehntel des üblichen Apothekenpreises entspricht, da RDI e.V. die Medikamente in großen Stückzahlen sehr günstig einkaufen kann.
Außerdem wurde mit dem Dorfkomitee in sehr freundschaftlicher Atmosphäre über die weitere Entwicklung des healthcenters diskutiert, über Wasser- und Stromversorgung des Dorfes und über die ins Auge gefasste Ausbildung einer unserer Mitarbeiterinnen ( Effo ) zur Krankenschwester. Dank Unterstützung durch das Komitee scheint hier endlich Bewegung in unsere Pläne zu kommen.

Krankenwagen der Gesundheitsstation regelmäßig im Einsatz

Sei es bei einem schweren Verkehrsunfall in Buniadu mit mehreren Toten und Schwerverletzten, sei es beim Transport eines Epileptikers ins Krankenhaus nach Essau, immer wieder ist der Krankenwagen im Einsatz und stellt sich als wahrer Segen für das Dorf und sein Gesundheitszentrum dar.

Zum Schluss

wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Förderern von RDI e.V. eine wunderschöne Frühlingszeit

Für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender

Einsatz von Ärztecamp International e.V.- Mitgliedern im Health Center von Riverboat Doctors International e.V. vom 12. Januar bis 1. Februar 2016

Teilnehmer von Ärztecamp International e.V.:

  • Irmgard Balser, stimmberechtigtes Mitglied (Kassier)
  • Helge M. Kath, Fördermitglied

Während unserer 3-monatigen Wohnmobilreise durch West-Afrika, wollte ich (Mitglied und Kassier von Ärztecamp International e.V. und Mitglied bei Riverboat Doctors International e.V.), als Laborantin für ca 4 bis 6 Wochen in dem, von einer Krankenschwester und ihrem Mann (Heike und Heiner Tautz) vor ca, 7 Jahren aufgebauten, Health-Center in Buniadu, Gambia ein Basis-Labor einrichten. In vier Wochen fuhren wir mit unserem Wohnmobil durch Marokko, Mauretanien und den Senegal, um dann am Vormittag des 12. Januar im RDI-Health Center in Buniadu einzutreffen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Gründer des kleinen Gesundheitszentrums, Heike und Heiner Tautz leitete man uns zur Lodge. Dort suchten wir uns den günstigsten Stellplatz für die nächsten 4 bis 6 Wochen, erkundeten die Umgebung und akklimatisierten uns erst einmal. Beim gemütlichen Beisammensein am Abend erfuhren wir etwas über den Arbeitsrhythmus des Teams.

Tagesablauf , Personal und Räumlichkeiten

Morgens Abfahrt ca. halb 8 Uhr, mitsamt aller leeren Wasserkanister, da es in der Lodge und Umgebung kein fließendes Wasser gibt. Ankunft am Health Center gegen 7.30 Uhr, viele Patienten warten bereits. Der Nachtwächter hat begonnen Nummern auszugeben. Es folgt eine kurze Teambesprechung im Freien…..ein Besprechungsraum/Pausenraum ist nicht vorhanden.
8 Uhr Frau Heike Tautz (Projektleitung) gibt anhand der Bedarfsliste der einzelnen Behandlungsräume das Verbandsmaterial / Medikamente aus. Die Bedarfsliste wird tags zuvor von der entsprechend verantwortlichen Mitarbeiterin erstellt. Die neue Apotheke ist gut ausgestatten und durchlüftet. Monatlich einmal werden Medikamente in einer Apotheke auf der anderen Seite des Ganbiaflusses günstiger eingekauft, als diese in der Apotheke des Distrikt Krankenhauses in Essau erhältlichen wären.
In der Halle, Wartebereich (das Dach war zu diesem Zeitpunkt noch sehr desolat), befindet sich die Rezeption (separater Raum). Hier werden die Patienten registriert (Rohey) und im Büro die Krankenblätter herausgesucht. Guido, verantwortlich für die Statistik und für den reibungslosen Ablauf in der Wartehalle, lässt nach der Registrierung jeweils 4 Patienten in den internen Wartebereich vor. Von hier geht es zum Vorgespräch zu Ismail. Hier wird je nach Grund des Arztbesuches ein entsprechendes Formulare ausgefüllt. Alle Patienten werden gewogen, Blutdruck und Fieber gemessen, und den Behandlungsräumen zugewiesen.
Anschließend Beginn der Behandlungen in 3 Behandlungsräumen und einem Screeningraum.
Es gibt einen Krankenpfleger mit einem Zertifikat (Landing), das seine Ausbildung zum Krankenpfleger bescheinigt und 3 angelernte Pflegekräfte (Efo – schon 4 Jahre dabei, Jainaba und Abby). Jeder Behandlungsraum ist mit einer PflegerIn besetzt, die 4. Kraft wirkt als Springer, es findet immer wieder ein Wechsel statt. Die Pflegerinnen sind alle sehr motiviert und einfühlsam mit und zu den Patienten!
Fr. Heike Tautz wechselt von einem Behandlungsraum in den nächsten und versorgt mit Ruhe und Geduld zwischen 40 und 75, manchmal auch mehr, Patienten pro Tag mit einer kurzen Pause gegen 10.30 – 11 Uhr.
Die gute medizinische Versorgung bringt es mit sich, dass die Patienten immer weitere Wege auf sich nehmen, um in Buniadu untersucht und behandelt zu werden! Jede Konsultation kostet bisher 5 Dalasi, die Medikamente und das Verbandsmaterial werden noch umsonst abgegeben. Doch die Finanzierung wird immer schwieriger, die Patienten immer mehr.
Heiner Tautz kümmert sich derweil um die Solaranlage, die Tiefwasserpumpe (40 m tief mit nachgewiesenermaßen bestem Trinkwasser), die Wäsche, Reparaturen, hält Sitzwache bei Patienten, die zB an einer Infusion hängen und fährt natürlich alle Noteinsätze. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet von Heiner ist der Kochworkshop. Mütter, deren Kinder unter- und auch fehlernährt sind wird empfohlen an diesem, einmal wöchentlich stattfindenden, Kochworkshop teil zu nehmen. Hier kochen sie gemeinsam eine vitamin- und eiweißreiche Mahlzeit, in einem Topf auf dem Holzfeuer. Mit den je nach Jahreszeit verfügbaren, bezahlbaren Nahrungsmitteln (z.B. Süßkartoffeln, Casava (Yamwurzel), Kürbis, kleingeschnittene Blätter der Süßkartoffel, gemahlene Erdnüsse, geräucherter entgräteter Fisch und hart gekochte Eier) wird gemeinsam mit den Müttern eine hochwertige Mahlzeit zubereitet. Anschließend wird gemeinsam gegessen, der Rest wird den Müttern für eine weitere Mahlzeit für die Kinder mitgegeben. An jedem Workshop werden 25 bis 35 Kinder bekocht und jedes Kind bekommt noch eine Mahlzeit mit nach Hause. Die Kosten belaufen sich auf 20 bis 25 Euro pro Workshop.
Offiziell endet der Arbeitstag um 16 Uhr, was aber meist nicht einzuhalten ist.

Statistik

Während eines jeden Behandlungstages erstellt Guido eine Tagesstatistik: Anzahl der Patienten, Geschlecht, Kinder, Erwachsene, Diagnosen, Medikation, Überweisungen. Da das RDI-Health Center dem Distrikt-Krankenhaus in Essau unterstellt ist müssen monatlich diese Statistiken zusammen gestellt und die erhobenen Daten dem D-KH Essau mitgeteilt werden, welche es wiederum an die Regierung (Gesundheitsministerium) weiter leitet.
Die häufigsten Erkrankungen bei Kindern: Wurmbefall, Husten auch Asthma, Durchfall und Erbrechen, Malaria, Mangel- bzw. Fehlernährung, Hauterkrankungen, Verbrennungen, angeborene und erworbene Herzerkrankungen.
Bei Erwachsenen: Bluthochdruck, Diabetes, Malaria, nicht heilende Wunden, bronchiale Erkrankungen, Schwangerschaftsprobleme, Zustand nach Schlaganfall, Magenprobleme (Gastritis, Ulcus), Infektionen des Urinsystems und neuerdings auch vermehrt Patienten mit Epilepsie.

Labor

Meine Aufgabe hätte sein sollen ein Basis-Labor aufzubauen. Es wurde angenommen, dass sich alle notwendigen Utensilien in einem der 3 Container befinden. Also packten wir es an und suchten den ersten Container durch, doch bis auf eine alte Hämatokrit Zentrifuge fanden wir in dem undichten, regennassen Container nur noch ein Leitzmikroskop mit Diskussions-Tubus und ein weiteres Binokular Mikroskop von Steindorf. Ansonsten nur – vom durchgedrungen Regenwasser muffelnde – OP-Wäsche und Objektträger in verschimmelten Kartonagen.
So räumten wir erst einmal einen Container aus, lüfteten und trockneten was noch brauchbar war. ZB auch ein Ultraschallgerät, das vom nächsten Einsatz-Team (Ärztecamp International e.V.) im Februar wieder in Betrieb genommen werden konnte. Wir sichteten die beiden anderen Container und suchten im Store was evtl. für die Einrichtung eines Basislabors verwendet werden könnte. Die Überprüfung der Mikroskope ergab, dass das LEITZ-Mikroskop in Ordnung zu sein scheint, das STEINDORFF konnte jedoch nicht überprüft werden (fehlende passende Leuchtmittel, defekte Sicherung). Es gibt noch ein weiteres sehr gut erhaltenes Monokular-Fluoreszenzmikroskop (PARTEC), das vorwiegend zur frühzeitigen Malaria-Diagnostik vorgesehen ist, doch fehlen hierzu die Reagenzien.
Leider ist kaum etwas vorhanden, um ein kleines Labor für Blutbild, Differential-Ausstrich und Harnstatus, bzw Harnsediment, aufbauen zu können. Die Frage ist auch wer zB Erythrozyten und Leukozyten zählen, ein Differentialblutbild auswerten und ein Harnsediment unter dem Mikroskop beurteilen kann. Die derzeitigen Angestellten sind damit überfordert, es müsste extra eine Laborantin eingestellt werden, was vermutlich zu kostspielig würde. Auch wäre dann die Frage, ob man sich mit den alten, langwierigen Untersuchungsmethoden überhaupt noch beschäftigen sollte. Es gibt Photometer, AutoAnalyzer und viele Schnelltestmethoden.
Wenn man ins Auge fasst das RDI-Health-Center mit modernen Geräten zu bestücken, die auch eine Schnittstelle zum PC haben könnten, dann muss man allerdings auch bedenken unter welchen klimatischen Bedingungen diese funktionieren müssten! Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Probenkühlung, ausreichende Stromversorgung, Arbeitsplatz usw. müssten bedacht werden.
Wir konnten das Distriktkrankenhaus in Essau besichtigen. Das dortige Labor verfügt überraschenderweise auch nur über ein Basislabor. Es wird das Hämatokrit bestimmt und daraus der Hb-Wert berechnet. Teststreifen und Malaria-Schnelltest werden bevorzugt. Mir wurde mitgeteilt, dass Erythrozyten- und Leukozyten Zählungen nicht durchgeführt, jedoch Harnsedimente mikroskopisch begutachtet werden.
Es ist zu überlegen, ob bei dem nächsten Einsatz einer Laborantin, eine Minimal-Ausrüstung mitgenommen werden kann. Letztlich wäre eine Micro-Zentrifuge * zur Bestimmung des Hämatokrit erst mal ausreichend (einschließlich aller dazu benötigten Utensilien), da die Handhabung keine lange Übung erfordert und somit schnell jemand angelernt werden könnte. (Insgesamt ca. 800 bis 1200 Euro)

*die im nassen Container vorgefundene alte Haematokrit-Zentrifuge wurde nicht getestet, da die Auswrkungen auf das Strom/Solarsystem nich voraussehbar waren (keine Onformationen auf dem Gehäuse)

Fortbildungsunterricht

Damit die angelernten Pfleger mit der Ausgabe von Tabletten und Suspensionen umzugehen lernen wurde ihnen angeboten am Wochenende rechnen zu üben und anhand von Beispielen mit verschiedenen Dosierungen die Medikation zu bestimmen. Helge Kath (Mathematiklehrer) unterrichtete 2 x ca.3 Stunden Samstagnachmittags in einem Klassenraum der benachbarten Schule. Die Pflegekräfte waren äußerst motiviert und arbeiteten nach anfänglicher Zurückhaltung frohgelaunt mit. Irmgard arbeitete „Hausaufgaben“ aus. Während der Woche wurden Unklarheiten immer wieder hinterfragt, es war eine Freude den Lernwillen und Eifer zu beobachten!

Hygiene

Die Renovierung des Gebäudes im letzten Jahr ermöglichte eine großzügige Verfliesung des Bodens und der Wände, wodurch die Reinigung sehr erleichtert wurde. In jedem Untersuchungsraum gibt es ein Waschbecken mit fließendem Wasser. Die hygienischen Bedingungen erscheinen mir unter den gegebenen Umständen als außerordentlich gut. Leider gibt es für die Angestellten keine Umkleideräume, keine Toiletten und keine Duschen. Für die Patienten wurden allerding bei der Renovierung 2 Stehklos (mit Wickeltisch) an den Wartebereich angebaut.
Zusammenarbeit Projektleitung RDI-und Dorfkommitee
Wir hatten die Gelegenheit bei einem Teamgespräch zwischen der Projektleitung (Heike Tautz), dem RDI- und dem Dorfkomitee dabei sein zu können. Hier sollte die problematische finanzielle Situation des HC diskutiert und eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Offenbar war den Mitgliedern der Komitees der Ernst der Lage nicht bewusst. Nach 2 Stunden heftigster Diskussionen baten sie um Bedenkzeit. Zur nächsten Gesprächsrunde waren wir nicht mehr in Buniadu.

Fazit

Alles in allem lebt dieses RDI-Health-Center von dem unermüdlichen Einsatz des Ehepaares Heike und Heiner Tautz, dem liebevollen und sorgsamen Umgang mit den Patienten und der Dorfbevölkerung. Die Angestellten sind so sorgfältig angeleitet worden, dass auch sie den Patienten mit Respekt, Umsicht und Geduld begegnen.
Eine weitere Zusammenarbeit von Ärztecamp International e.V. mit diesem RDI-Health Center würde ich für sinnvoll und möglich erachten, sowohl in medizinischer, als auch finanzieller Hinsicht!


Ansonsten lebten wir in Buniadu gut in unserem Wohnmobil, nutzen die Schöpf- Dusche des Gästehauses und saßen abends gemütlich bei einem oder zwei Bierchen ratschend mit Heike und Heiner zusammen. Da das Klima zur Zeit unseres Besuches (kontinuierlich zwischen 38 und über 40 Grad) Helge Kath gesundheitlich beeinträchtigte blieben wir nicht, wie vorgesehen, mindestens 4 Wochen, sondern reisten nach 3 Wochen vorzeitig ab.
Beim Abschied war ich mir sicher, dass ich wieder kommen werde, allerdings das nächste Mal mit dem Flugzeug und nicht mehr unbedingt mit einem Wohnmobil, nur der langen Strecke wegen (mehr als 11.000 Straßen/Pisten-km).

Irmgard Balser

Riverboat-News Nr. 06 Januar 2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

mit Beginn des neuen Jahres wird wieder ein aktueller Bericht über die Entwicklungen im Verein und vor allem natürlich in Buniadu fällig. Vereinsmitglieder erhalten gleichzeitig das Protokoll der Mitgliederversammlung, die am 9. Januar in Bookholzberg stattfand.

Jahresrückblick 2015 aus der Sicht von Familie Tautz

Zum Jahreswechsel blickt man ja nicht nur nach vorne, sondern auch auf das alte Jahr zurück. Und das tut jeder aus seinem Blickwinkel. Ich möchte Euch deshalb den Rückblick, den wir von Heike und Heiner erhalten haben, nicht vorenthalten:
„….. und schon wieder ist fast ein Jahr vorüber.
Da vermutlich die nächsten Tage unser Internet wieder von den vielen Touristen blockiert ist und wir eh keine Zeit zum Schreiben haben, senden wir Euch einfach heute schon unsere Grüße zu Weihnachten.
Wir hoffen, Euch geht es gut und Ihr könnt Weihnachten in Ruhe und Frieden genießen.
Wir werden Weihnachten wieder am Lagerfeuer verbringen.
Die letzten Tage war es tagsüber sehr heiß mit viel Wind und Sand und nachts schon recht kühl.
Die letzte Regenzeit war sehr heftig, so dass die Gräser immer noch hoch sind.
Die Monate seit April, als wir wieder hier ankamen, waren sehr arbeitsintensiv und ein Ende ist immer nicht absehbar.
Die ersten Monate mussten wir uns ranhalten, um die Baumaßnahmen abzuschließen.
Seit der Wiedereröffnung des Health Centers, am 17. August, erleben wir einen nie gekannten Patienten-ansturm.
Auffallend viele untergewichtige Kinder sind dabei, und zum Teil sind diese Kinder wirklich ganz dramatisch unterentwickelt.
Leider ist uns auch ein untergewichtiges Baby gestorben … die Mutter kam einfach viel zu spät zu uns.
Doch die meisten Kinder konnten wir retten.
Seit Anfang Dezember laufen wieder, einmal wöchentlich, unsere „Koch-Workshops“ für Mütter mit untergewichtigen Kindern.
Jede Woche bekochen wir ca. 30 bis 40 Kinder und geben noch eine Mahlzeit mit nach Hause. Bisher hat fast jedem Kind unser Essen geschmeckt.
Inzwischen nehmen die Mütter auch unsere Anweisungen an und versuchen zu Hause ähnlich für die Kinder zu kochen.
Die Zutaten für das Essen richten sich nach den aktuellen Marktangeboten … sind also für jede Familie erschwinglich zu erwerben.
Ja, so etwas mit zu erleben, ist schon eine große Freude.
Bei unserem neuen Mitarbeiterteam ist nur eine von den früheren Mitarbeitern dabei, alle anderen sind neu.
Durch die vielen Neu – und Anbauten hat sich das Health Center ganz gut vergrößert und daher haben wir auch 2 Damen für die Reinigung eingestellt.
Auch unsere beiden Wachleute sind neu dazugekommen.
Insgesamt haben wir jetzt 11 Mitarbeiter im HC und alle mussten neu angelernt werden. Allein die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter war schon eine große Herausforderung, die immer noch nicht abgeschlossen ist.
Wie Ihr lesen könnt, kommt immer noch keine Langeweile bei uns auf und wir sehen dem kommenden Jahr wieder mit Spannung entgegen.
Euch und euren Lieben wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest
und alles Gute für 2016.
Liebe Grüße aus Buniadu,
Heike und Heiner

Kochhütte zunächst noch als Provisorium

Um den beliebten und auch sehr erfolgreichen Kochkursen für junge Mütter einen entsprechenden Rahmen zu geben, wurde zunächst eine provisorische Kochhütte eingerichtet, im Frühjahr kann nun dank zweier zweckgebundener Spenden eine stabile, „Regenzeit-taugliche“ Kochstelle gebaut werden, wie im letzten Rundbrief schon erwähnt.

Wartehallendach wird erneuert

Ebenfalls durch eine großzügige zweckgebundene Spende wird es nun möglich, das marode, durchhängende Dach der Wartehalle zu erneuern. Die Arbeiten hierzu sollen schon im nächsten Monat beginnen.

Neue Flyer im Druck

In Zusammenarbeit mit der Kunstschule Wandsbeck ist nun ein neuer übersichtlicher Flyer erarbeitet worden. Zur Zeit wird er in größerer Stückzahl gedruckt. Wer also gerne in seinem beruflichen oder privaten Umfeld über RDI e.V. informieren möchte, kann sich gerne an den Vorstand wenden, damit ihm ein Stapel Flyer zugesandt wird.

Spenden für Babynahrung dringend benötigt

Wie schon aus dem Jahresbericht von Heike und Heiner ersichtlich ist, nimmt die Zahl der zu versorgenden untergewichtigen Babys derzeit dramatisch zu. Die Spezialnahrung, mit deren Hilfe solchen Kindern das Überleben ermöglicht werden kann, ist für die Familien dieser Babys unerschwinglich und muss von RDI gekauft werden. Dies führt zu einer massiven Belastung des Etats der Gesundheitsstation. Um diese Spezialnahrung weiterhin kostenfrei abgeben zu können, muss entweder die kostenlose Medikamentenabgabe gestrichen werden oder es müssen zusätzliche Spendengelder für diese lebensrettende Spezialnahrung aufgebracht werden. Hier sind alle Vereinsmitglieder und Förderer des Vereins aufgerufen, in ihrer Umgebung um Spenden zu werben.

Zum Schluss

So unangenehm es auch ist, immer wieder über Geld reden und um Spenden „betteln“ zu müssen, so schön ist dann doch zu sehen, was durch diese Spenden und durch den unermüdlichen Einsatz unserer Freiwilligen, allen voran Heike und Heiner Tautz, erreicht worden ist und weiter erreicht werden kann.
Wir wünschen allen Vereinsmitgliedern, Freunden und Förderern des Vereins eine schöne Winterzeit mit viel Schnee und Sonne, sowie ein angenehmes und möglichst früh beginnendes Frühjahr.

für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

Riverboat-News Nr. 05 Oktober 2015

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

bevor sich die Gedanken schon wieder der nahenden Advents- und Weihnachtszeit zuwenden, möchte ich Euch heute ein letztes Mal in diesem Jahr über die aktuellen Entwicklungen im Verein und vor allem natürlich in Buniadu berichten.

Termin für Mitgliederversammlung steht fest

Wegen der vielen Aktivitäten, Feiern etc. vor Weihnachten möchten wir nun doch nicht mehr in diesem Jahr, sondern nun definitiv zum 9.1.2016 eine Mitgliederversammlung anberaumen. Die Einladungen mit Tagesordnung etc. werden natürlich fristgerecht zugeschickt werden.

Health-center Buniadu arbeitet wieder mit voller Kraft

Mitte August war es endlich soweit. Nachdem mit allen alten und neu eingestellten Mitarbeitern fleißig geräumt und geputzt worden war, konnte das health-center am 17.08.2015 seine Pforten wieder öffnen. Gegen 10 Uhr kam der Ältestenrat um das hc zu segnen und die Mitarbeiter zu rechtmäßigem Verhalten zu ermahnen. Es wurden natürlich viele Reden gehalten und am Eingangstor wurden eine gambische und eine deutsche Flagge aufgehängt.
Durch Einführung eines neuen Archivierungssystems sind die Patientenakten übersichtlicher verstaut. Der neue große Vorratsraum ermöglichte es außerdem, alle noch in den Containern schlummernden Verbandmittel und sonstigen Sachspenden gut geordnet zu verstauen.
Die für die Bevölkerung des Dorfes eingerichtete Wasserentnahmestelle arbeitet zufriedenstellend, auch wenn ihre Fundamente in der Regenzeit unterspült wurden und hier noch wieder nachgebessert werden muss.
Schließlich ist jetzt auch der Krankenwagen zugelassen und mit gambischen Nummernschildern versehen, Polizei und sonstige Autoritäten haben mit Brief und Siegel bestätigt, dass der Wagen Eigentum des hc ist und somit niemand mehr irgendwelche Ansprüche anmelden kann.
An dieser Stelle nochmals allen herzlichen Dank, die mit Sach- und Geldspenden den Ausbau und die grandiose Ausstattung des hc ermöglicht haben. Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an Heiner Tautz, der diesen Bau so unermüdlich vorangetrieben hat, und ohne dessen Einsatz und Sachkenntnis das hc nach wie vor eine baufällige Hütte wäre.

Brunnenwasser hat Trinkwasserqualität

Dies wurde uns vom Bremer Hygiene-Institut bestätigt, das mehrere Proben aus dem Tiefbrunnen in Buniadu untersucht hat. Nun können unsere Freiwilligen, unsere einheimischen Mitarbeiter und die Dorfbevölkerung das Wasser mit noch besserem Gewissen trinken, als sie es sowieso schon getan haben.

Die einheimischen Mitarbeiter im health center Buniadu
Entsprechend dem Ausbau des hc hat sich auch das Team der einheimischen Mitarbeiter vergrößert, und wir freuen uns, dass wir nun noch mehr Menschen als bisher eine bezahlte Arbeit und damit eine Perspektive bieten können.

Guido Bah
Protokollierung der Behandlungen in unterschiedlichen formellen Vorlagen (lt. gambischem Gesetz)

Ismaela Njie
Interview: Erste Protokollierung der gesundheitlichen Beschwerden des Patienten incl. Blutdruck, Gewicht und Temperatur. Protokollierung detaillierter, vorgegebener Fragen zu den gesundheitlichen Beschwerden. Übergabe der ausgefüllten Dokumente in die entsprechenden Behandlungsräume. Hatte bereits mit Heike die Behandlungen unter dem Bantaba durchgeführt.

Abbie Sarr
1. Verbandsraum. Hat keine Ausbildung. Nach entsprechender interner Ausbildung soll sie später auf Anordnung selbstständig Verbände wechseln.

Jainaba Manneh
Praktikantin. Schulabsolventin in 2014. Zurzeit im 2. Verbandsraum. Soll jedoch alle Abteilungen durchlaufen. Ziel ist, über RDI eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren.

Rohey Corr
Praktikantin. Schulabsolventin in 2015. Zurzeit in der Rezeption. Soll jedoch alle Abteilungen durchlaufen. Ziel ist, über RDI eine Ausbildung zu absolvieren. Zurzeit führt sie die Rezeption selbstständig, hierzu gehört die Registrierung und Protokollierung der aufgenommenen Patienten, Protokollierung der Aufnahmegebühr, Führen der Einnahme-Kasse, Organisation der Einbestellungen, ordnungsgemäße Ablage der Dokumentationen.

Fatou Manneh
Langjährige Mitarbeiterin im allgemeinen Behandlungsraum.

Landing Sanneh
Ausgebildeter Krankenpfleger mit Eintragung bei der gambischer Regierung. Hat Erfahrung mit untergewichtigen und mangelernährten Kindern. Jedoch wenig bis keine Erfahrung mit Wundversorgung. Ihm ist unser Standard der Behandlung fremd, er ist jedoch lernwillig. Zurzeit versucht Heike, ihn im allgemeinen Behandlungsraum anzulernen.

Adama Gissey
Reinigungskraft. Reinigt täglich die WC`s, die Wartehalle, die Rezeption, den Korridor, den Umkleideraum sowie alle Behandlungsräume incl. Reinigung der Dusche, der Waschbecken, der Liegen und aller Arbeitsflächen. Zusätzlich, ab September, hängt sie die gewaschene Wäsche (Arbeitskleidung der Mitarbeiter, Verbandsmaterialien, Handtücher etc.) zum Trocknen auf und bringt alles zusammengenommen wieder ins HC.

Isatou Nijan
Reinigungskraft. Reinigt täglich die WC`s, die Wartehalle, die Rezeption, den Korridor, den Umkleideraum sowie alle Behandlungsräume incl. Reinigung der Dusche, der Waschbecken, der Liegen und aller Arbeitsflächen. Zusätzlich, ab September, hängt sie die gewaschene Wäsche (Arbeitskleidung der Mitarbeiter, Verbandsmaterialien, Handtücher etc.) zum Trocknen auf und bringt alles zusammengenommen wieder ins HC.

Jamba Njie
Langjähriger Mitarbeiter. Handwerker speziell Maurer ist vielfältig einsetzbar und sehr zuverlässig.

Mussa Camara
Langjähriger Mitarbeiter. Handwerker speziell Tischler ist vielfältig einsetzbar und sehr zuverlässig.

Patty Sowe
Langjähriger Mitarbeiter. Wachdienst im HC. Im Wechsel mit dem Kollegen im Tag-und Nachtdienst.

Jamba Manneh
Wachdienst im HC. Im Wechsel mit dem Kollegen im Tag-und Nachtdienst.

Bau einer stabilen Kochhütte geplant

Dank zweier Sonderspenden wird es nun möglich sein, am hc in Buniadu eine stabile, allen Wetterkapriolen trotzende Kochhütte zu errichten, damit die im vorigen Jahr so gut angenommenen Kochkurse für junge Mütter wieder aufgenommen werden können. Den beiden Spendern hierfür herzlichen Dank.

Homepage nach Totalausfall wieder „intakt“

Wer in der letzten Zeit die Homepage des Vereins besucht hat, konnte es schon erfahren: nach einem Total-Crash des Servers, auf dem unsere Homepage läuft, ging nichts mehr. Unser Webmaster hatte einiges an Arbeit zu leisten, um alle Informationen wieder zugänglich zu machen. Großes Dankeschön hierfür. Nun sind auch die neuesten Bilder von der Eröffnung des hc und von einem schönen Konzertabend für RDI hier in Bremen online zu betrachten.

Zum Schluss

Nach so viel Dank an alle Unterstützer, auch an die, die ich möglicherweise vergessen habe extra zu erwähnen, bleibt mir jetzt nur noch, Euch allen einen sonnigen Herbst, eine schöne Vorweihnachtszeit, ruhige Festtage und einen guten Start in ein neues Jahr 2016 zu wünschen. Auch im kommenden Jahr, das ist meine feste Überzeugung, werden wir durch unser Engagement einen kleinen Wassertropfen auf diesen glühenden Stein der Armut und des Elends platzieren können.

 

für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

 

Riverboat-News Nr. 04 August 2015

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

es ist Sommer, die Urlaubs- und Reisezeit in vollem Gange. Trotzdem erreicht Euch dieser Newsletter etwas verfrüht. Grund dafür sind die aktuellen Ereignisse in Gambia, über die wir Euch zeitnah informieren möchten.

Health Center Buniadu kurz vor der Wiedereröffnung

Nachdem Heike und Heiner Tautz nun wieder seit drei Monaten in Gambia aktiv den weiteren Um- und Ausbau des Health Center vorantreiben, gehen wir mittlerweile davon aus, dass es Mitte August dann endlich so weit sein wird und das Health Center in neuem Glanz wieder seine Türen öffnen kann und Heike nicht mehr Behandlungen unter dem Dach des Bantaba improvisieren muss. Eine Fotostrecke von den Renovierungsarbeiten findet sich voraussichtlich bald auf unserer Homepage www.rdi-ev.de unter „Bildergalerien“.

Neuer Krankenwagen hat Gambia erreicht

Manche von Euch haben es vielleicht über Facebook mitverfolgt, wie drei junge Leute aus Ganderkesee den von unserem Vereinsmitglied Uwe Schwager gespendeten Krankenwagen in einer abenteuerlichen Aktion auf dem Landweg über Marokko, Mauretanien und den Senegal nach Buniadu gebracht haben. Am meisten Nerven haben dabei wohl die aufwändigen Grenzformalitäten gefordert. Vorab war der Krankenwagen in Deutschland generalüberholt und mit Schriftzug und RDI-Logo für das Health Center versehen worden. Unser Dank gilt neben dem großzügigen Spender allen weiteren Personen, die durch ihr Engagement diese Aktion ermöglicht haben. Auch hierzu finden sich demnächst auf der Homepage Presseberichte und eine Fotostrecke.

Unruhige Zeiten in Buniadu

Leider gibt es in diesem Newsletter auch weniger schöne Dinge zu berichten. Über einen deutschen Handwerker, der für kurze Zeit als Freiwilliger in Buniadu mitgearbeitet hat, aber schon bald von der Projektleitung entlassen werden musste, erreichten uns im letzten Monat mehrere Briefe von ehemaligen Mitarbeitern des Health Center sowie von einigen Bewohnern des Dorfes, in denen Heike und Heiner vorgeworfen wurde, in Buniadu nur für ihre eigenen Interessen zu arbeiten und Spenden aus Deutschland veruntreut zu haben. Auch wenn sich diese Vorwürfe rasch als Stimmungsmache entpuppten, bleibt die Tatsache, dass zumindest ein Teil der Bevölkerung unzufrieden ist, vor allem wegen der langen Schließung des Health Center.
So wurden Forderungen laut, alle gespendeten Materialien, Werkzeuge und auch der gerade in Buniadu eingetroffene Krankenwagen müssten in das Eigentum des Dorfes, bzw. des Dorfentwicklungskommitees übergehen. Mehrere Gesprächsrunden unter Anwesenheit der örtlichen Autoritäten konnten bisher nur wenig zur Beruhigung beitragen, vor allem da unser ehemaliger Freiwilliger immer wieder versuchte, die Stimmung im Dorf gegen Heike und Heiner aufzuheizen. Wenn die Beiden auch nach ihrer Aussage inzwischen nicht mehr um ihre Sicherheit besorgt sind, bleibt die Situation angespannt.
Ein lange vorbereitetes Fußballturnier mit im Krankenwagen mitgebrachten Tornetzen, Bällen, Pokalen etc. ging in Tumulten unter, die erst durch das Eingreifen des Militärs beendet werden konnten, was allerdings in Gambia keine Seltenheit ist (und in Europa ja auch manchmal passiert).
So bleibt uns nur zu hoffen, dass vor allem durch die Wiedereröffnung des Health Center wieder Ruhe und Frieden auf der North Bank des Gambiaflusses einkehren wird, damit die Arbeit des Vereins dort in Sicherheit weiter geführt werden kann.

Alhagie in Italien

Über Facebook erreichte uns die Information, dass unser ehemaliger Rezeptionist die gefährliche Reise über das Mittelmeer heil überstanden hat und nun in Italien als einer von unzähligen Flüchtlingen einer ungewissen Zukunft entgegen sieht. Sein Traumziel ist natürlich Deutschland, aber ob sich dieser Traum für ihn verwirklichen wird, bleibt abzuwarten.

Entwicklungspartnerschaft Ganderkesee – Buniadu in Planung

Über die Fraktion der „Grünen“ im Rat der Gemeinde Ganderkesee wird eine Unterstützung unseres Vereins durch die Gemeinde und eine Förderung der gesamten Region Buniadu vor allem in landwirtschaftlicher Hinsicht angeregt. Hierzu haben bereits einige Gespräche stattgefunden. Presseberichte und weitere Informationen sind ebenfalls auf unserer Homepage zu finden.

Neue Mitgliederliste in Arbeit

Bei der Vorbereitung einer neuen Mitgliederliste für alle die Vereinsmitglieder, die einer Veröffentlichung ihrer Daten innerhalb des Vereins zugestimmt haben, fiel uns auf, dass wir das Einverständnis für diese Veröffentlichung nur von knapp der Hälfte der Vereinsmitglieder vorliegen haben. Wer also interessiert ist, z.B. Rundmails von anderen Vereinsmitgliedern zu erhalten, sollte dieses Einverständnis zeitnah mitteilen unter christian.goeken@rdi-ev.de

Mitgliederversammlung im November

Obwohl in diesem Jahr keine Vorstandswahlen o.ä. anstehen, planen wir eine Mitgliederversammlung Anfang November, um über die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen berichten, diskutieren und ggf. abstimmen zu können. Eine offizielle Einladung mit detaillierter Tagesordnung wird natürlich fristgerecht verschickt werden.

Ich wünsche Euch allen einen erholsamen Sommerurlaub und hoffe, möglichst viele Vereinsmitglieder auf der oben erwähnten Versammlung begrüßen zu können.

für den Vorstand
Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

Bericht von Annika, Timm und Sören

über die Überführung des „neuen“ Krankenwagens von Ganderkesee / Deutschland nach Buniadu / Gambia

18.06.2015:

Abfahrt: 19.06.2015, 16:00 Uhr, Esso- Tankstelle Hoyerswege
voraussichtliche Ankunft in Buniadu: ungewiss (vllt. Anfang Juli)
19.06.2015:
Die Eifel haben wir nun fast hinter uns. Die gut 700 Höhenmeter haben wir schon mal gemeistert. Gleich geht es zum ersten Tankstopp in Luxemburg. Die erste Spinnenattacke hat Annika auch hinter sich. Deal des Tages!…LEIDER KEIN NEUER Krankenwagen. Torsten und Sven haben uns rausgewunken um uns mit frischem Kaffee und weiteren Spenden zu versorgen. Vielen Dank dafür!!!

20.06.2015:

Soo… Sind gerade an Barcelona vorbeigefahren. Leider vier Stunden hinterm Zeitplan. Wir mussten in Frankreich eine zweistündige Reperaturpause einlegen, weil unsere Antriebsachse Öl verlor. Dank unserem KFZ-Meister und zwei netten LKW-Fahrern konnten wir das Leck versiegeln. Neben uns ist dann ein Mercedes in Brand geraten. Für die Löschaktion musste dann unser Feuerlöscher zum Einsatz kommen, der nun leider auch leer ist. Nach dieser Aufregung mussten wir erstmal eine leckere Kartoffelsuppe aus der Dose verschlingen. Die Hälfte davon wollte sich aber lieber auf Timms Hose und T-Shirt ausbreiten! Trotz einiger Pannen fahren wir nun Marokko entgegen. Ob wir die Fähre morgen früh um zehn schaffen, werden wir heute Nacht entscheiden.

22.06.2015:

Guten Morgen! Nachdem wir mit unserem Bleifuß durch Spanien gejagt sind und gestern noch unsere Fähre erwischt haben, haben wir uns ein Hotel hier in Tanger Med, Marokko genommen, um die Körperhygiene wieder auf einen akzeptablen Stand zu bringen und um unsere Akkus wieder aufzuladen. Ein anderer Grund für unsere Rast neben dem Hafen ist, dass unser kleiner Wagen (dass die Berge in Spanien wirklich gut gemeistert hat, auch wenn er oft heulen musste) den Hafen gestern nicht verlassen konnte. Grund war der fehlende Verantwortliche, der Sonntags und Mittwochs frei hat. Unser Auto steht nun also noch im Dépot des bewachten Hafen. Aber alle Beteiligten waren sehr nett und haben uns versichert, dass wir heute den Hafen ohne Probleme verlassen können. Munter bleiben!

23.06.2015:

Einen wunderschönen guten Abend! Wir sind in Tanger Med und haben gerade im gleichen Hotel wie vorgestern eingecheckt. Gestern sind wir mit dem Zug ( haben ja kein Auto) vier Stunden nach Rabat (Hauptstadt von Marokko) zur gambianischen Botschaft gefahren. Die hatte leider zu und wir mussten ein schönes vier Sterne Hotel nehmen (dem deutschen Standard natürlich weit voraus, siehe Foto 😉 ). Heute früh haben wir dann das Dokument bekommen, dass unser Batmobil aus dem Hafen holen soll. Da wir dann unter Zeitdruck standen sind wir mit dem schnellsten Taxi der Welt zurück nach Tanger Med gefahren. Auf dem Weg flog bei 120 Klamotten fast das Dach weg. Es handelte sich aber um einen guten alten Mercedes aus den 70igern, sodass wir heute um 15:37 am Hafen waren. Leider macht der Zoll dort um 15:00 zu. Aaaalso wieder bis morgen früh warten. Macht aber nichts! Die Polizisten kennen uns schon und wir müssen nur noch manchmal unseren Pass vorzeigen, wenn wir zum Dépot wollen, wo unser Auto steht :). Es ist herrlich mit anzusehen, dass alle immer helfen wollen und dann doch nicht helfen können ;). Unser Lieblingswort der letzten Tage und das erste Wort auf französisch , dass Timm gelernt hat ist: „Demain“ (Morgen). In diesem Sinne: bis demain!

24.06.2015:

Passierschein A38 wird gesucht !!! Das Dokument hat heute leider wenig gebracht. Es war „the procedure as every day“: Hingegen, warten bis jemand zur Arbeit kommt ( meistens um halb zehn ), Problem erklären, alle Papiere und Dokumente vorzeigen, warten ……es wird dann immer viel telefoniert und dann warten …… es kam gegen Mittag ein Mann zufällig vorbei, der uns schon öfters im Zollbereich sitzen gesehen hat ….. Dieser Herr hat dann mit dem Zollbeamten gesprochen und unseren Fall in die Hand genommen. Endlich wurden unsere Dokumente mal bearbeitet und in seinem Büro in einen Aktenkoffer gepackt, mit dem es dann raus in den Hafen ging. Hier wurden in Marathonlauf zehn Unterschriften und zehn Stempel gesammelt, nur damit wir den Hafen verlassen können. Von unserem Dokument, welches wie extra aus Rabat geholt haben, wollte keiner mehr was wissen. Nach ACHT EINHALB Stunden hatten wir angeblich alles, was wir brauchten. Also ab zum Depot und unser schönes Batmobil ( das sichin der Sonne wacker schlägt ) rausholen ! Aber Moment ….. da fehlt noch ein Stempel !!!!! Also zack, zack Stempel holen !!! Sooo …. dann hatten wie endlich den letzen Stempel und dann hatte der Zoll plötzlich wieder zu ….. Also „demain“…. Wir halten die Ohren steif. Einen großen Dank möchten wir heute Mohand aussprechen, der seit gestern mit uns diese Chaos mitmachen darf. Er ist ein sehr enger Bekannter von Thomas Friedrich ( in Marokko lebender deutscher ). Er spricht fließend deutsch, berbisch, französisch und arabisch. Er war uns daher eine große Hilfe. Wir machen uns nun eine schöne Dose Ravioli. Bis morgen !

25.06.2015:

Guten Morgen! Heute ist Sörens Geburtstag! Happy Birthday, Sören! Leider ist das Geburtstagsbier in den letzten Tagen aus unerklärlichen Gründen schon frühzeitig verschwunden ;). Wir sind guter Dinge und hoffen, wie jeden Tag, das Beste! Sörens Geburtstagswunsch: „Raus aus dem Hafen!“

 

 

26.06.2015:

Guten Abend! Wir konnten wir den Hafen gestern um 15:30 Uhr verlassen! (Saubär!) Wir haben uns im Laufe des Abends dazu entschlossen auch die Nacht durchzufahren, weil die Autoroute (Tanger Med-Agadir) teilweise sogar in einem besseren Zustand ist, als die deutsche Autobahn. Wir konnten somit heute die Westsahara erreichen und befinden uns gerade in Boujdour, wo wir heute auch übernachten. Die Wüste ist einfach atemberaubend. Soviel Ruhe und Einsamkeit haben wir noch nicht erlebt. Ab und zu kreuzen uns ein paar Kamele oder Ziegen. Die Straßen waren bis auf einige Kilometer auch gut befahrbar. Wenn alles gut geht, erreichen wir morgen die Grenze nach Mauretanien! Allerdings sollen die Straßen nicht mehr so angenehm sein. Aber wenn wir morgen um vier aufstehen und losfahren, sobald die Sonne aufgeht, dann können wir die Grenze nach Mauretanien zur rechten Zeit erreichen. Haben heute noch nichts gegessen (in der Wüste ist ja nicht so viel) und freuen uns schon auf ein Festmahl! (selbstgemachtes Brot von nebenan, Käse und Wasser UND ein Glas Gewürzgurken!

27.06.2015:

Hallo. Gestern Abend, gegen kurz vor acht, heute Nacht um drei und eben, um 4:25, gingen hier die Sirenen los. Ich saß senkrecht im Bett, während die Jungs einfach weiterschliefen. Wir wissen, dass es mit Ramadan zu tun hat. Kann uns da jemand etwas genaueres sagen? Soll das für alle Menschen ein persönlicher Weckruf zum beten sein? In den bisherigen Orten haben wir das nicht erlebt. So einen Wecker bekommt man selten! Machen uns in einer halben Stunde auf die Socken.

28.06.2015:

Hallo zusammen. Bei uns ist es gerade 9:26. Wir haben heute Nacht im Hotel Wissal in Nouakchott eingecheckt . Die Grenze nach Mauretanien hatten wir gestern überraschend früh erreicht. Das Niemandsland (zwischen Marokko und Mauretanien ) ist, wie schon vermutet sehr, sehr schwer zu befahren. Hier gibt es keine Straße, sondern nur Gestein, Felsen, Sand, hunderte kaputte Autos und die Minen. Nach den ersten Metern bekamen wir es mit der Angst zu tun, weil unser Batmobil nonstop von links nach rechts schaukelte (riesige Umkippgefahr!!). Bis dahin hätte ich nie gedacht, dass er so eine Schräglage meistert. Doch der Meister der Niemandslandpiste, Timm, konnte diese gut 2-3 Kilometer ohne Schäden bewältigen! In unserem Auto saß zusätzlich der liebe H’meda, der uns durch dieses Labyrinth geführt hat und auch mit der Abfertigung an der Grenze geholfen hat. An dieser Stelle: Danke H’meda! Kaum über die Grenze mussten wir mit Sandverwehungen und wie vorher auch mit Kamelen und Ziegen rechnen, die die Straße überqueren. Nach gut einer Stunde mussten wir ein Auto anschieben, dass auf der Wüstenstraße eine Panne hatte. Das Auto sprang nach einem zweiten Versuch endlich an. Bei gefühlten 80 Grad Celsius eine kleine Herausforderung. Im Laufe des Tages machten wir dann Ausschau nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Die blieb aber vergeblich aus, sodass die Dämmerung einsetzte und schließlich die Nacht. Wir entschlossen uns dann 80km vor Nouakchott zu schlafen (mittlerweile war es 22:00 Uhr). Dieser Versuch ging aber leider in die Hose. Unser Batmobil steckte im Sand fest… Also: Schaufel raus, buddeln, Schienen unterlegen und raus! Unterstützung erhielten wir von einem netten Mann, der zufällig vorbeifuhr. Er riet uns auch hinter ihm herzufahren und in Nouakchott eine Übernachtung zu suchen. Also sind wir hinterher gefahren und erreichten irgendwann heute Nacht Nouakchott.

 

 

 

Der Verkehr ist der Wahnsinn! Verkehrsregeln? – man weiß es nicht… Als deutscher Autofahrer mit typischen Regeln, wie „Ampel rot = Stop“ sind hier nur bei einigen Autofahrern bekannt. Doch schon nach wenigen Minuten im Großstadtdschungel fuhr Sören unseren Transit durch das Chaos, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht. Hut ab! Da die zuvor rausgesuchten Hotels alle kein Zimmer frei hatten und eins an besagter Stelle nicht vorhanden war, haben wir wertvolle Schlafstunden verloren. Zudem klagten wir über Übermüdung und Hunger. Wir waren schließlich fast 21 Stunden auf den Beinen (Start : Boujdour 5:30, Ziel: Nouakchott Wissal Hotel : 2:00). Durch einen Tipp haben wir aber endlich ein schönes Hotel gefunden. Wir brauchten unbedingt eine lange Nacht Schlaf. Dadurch werden wir es aber heute nicht mehr rechtzeitig zur Grenze schaffen (Arbeitszeit bis 15:00). Zudem sind uns die sauberen Köamotten ausgegangen und die dreckigen stinken so langsam ( nicht sehr schön…aber wir stinken zum Glück alle drei zusammen :)) Also haben wir uns entschlossen ( da heute auch Sonntag ist) uns einen Tag zu erholen und morgen früh mit vollgeladenen Akkus die Grenze Senégal zu meistern.

 

Riverboat-News Nr. 03 Mai 2015

Liebe Vereinsmitlieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

im Wonnemonat Mai warten wir hier in Deutschland bereits ungeduldig auf den Sommer. In Gambia bedeutet das: die Regenzeit ist nicht mehr weit. Und was Unwetter zur Regenzeit anrichten können, haben wir ja in Buniadu in den letzten Jahren zur Genüge erfahren müssen. Wünschen wir uns also für uns hier in Deutschland einen heftigen Sommer und für unsere Mitarbeiter in Buniadu eine milde Regenzeit.

Heike und Heiner Tautz wieder in Buniadu

Anfang April war es dann endlich so weit, dass Heike und Heiner, jeder mit 50 kg Gepäck beladen, wieder nach Gambia aufbrechen konnten. Ein erster Überblick zeigt, dass es in den letzten Monaten der Abwesenheit zwar kleinere Schäden durch alle möglichen ungebetenen tierischen Mitbewohner gegeben hat, alle wesentlichen Systeme wie Solaranlage, Wasserpumpe etc. jedoch funktionieren.
Lediglich der Krankenwagen hat wohl endgültig seinen Geist aufgegeben. Das ist natürlich besonders übel in einer Situation, wo noch Baumaterialien zur Fertigstellung des health-center herangeschafft werden müssen. Ein neues Auto muss dringend angeschafft werden, sobald die Mittel dafür vorhanden sind.
Probleme gibt es zurzeit mit Mitarbeitern. Abley hat einen anderen Job angenommen.
Unsere senegalischen Maurer aus Kombo stehen zurzeit ebenfalls unter anderem Vertrag. So wurde Musa erst mal wieder auf Vollzeit eingestellt.
Auch von den Mitarbeitern für die Sprechstunde steht nach der langen Schließzeit nur noch Efo zur Verfügung, hier müssen wohl neue Mitarbeiter rekrutiert werden.
Medizinische Behandlungen starten ab Mai. Bis jetzt wurden nur einige dringende Fälle behandelt. Bis zur Fertigstellung des health-center wird dann wieder unter dem Bantaba behandelt.
Ende Mai kommt der erste Freiwillige nach Buniadu, und so hoffen wir zuversichtlich, dass allmählich wieder „Normalbetrieb“ gefahren werden kann.

Die Diskussion um afrikanische Flüchtlinge hat ein Gesicht

Wer in den letzten Jahren in Buniadu war, der kennt Alhagie, den jungen Mann mit dem freundlichen Gesicht, der die Rezeption betreut hat. Nun habe ich erfahren, dass er sich auf den lebensgefährlichen Weg gemacht hat, um über Libyen und das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Diese Nachricht hat mich zutiefst bewegt und mir wieder gezeigt wie wichtig es ist, dass wir mit unserer Arbeit einen kleinen Beitrag leisten zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Gambia. Wir können Alhagie nur alles Gute für seinen gefährlichen Weg wünschen.

Ebolasituation in Westafrika

In der letzten Aprilwoche meldete die Welt-Gesundheits-Organisation ( WHO ) wie schon in den Wochen zuvor keine neuen Ebolafälle aus Liberia. Lediglich zwei kleine Regionen in Guinea und Sierra-Leone meldeten insgesamt 33 neue Fälle. Somit scheint sich der Trend zum Abklingen der Epidemie weiter fortzusetzen, für Senegal und Gambia dürfte keinerlei Gefahr mehr bestehen.

Freiwilligeninfo auf der Homepage

Um die Vorbereitung für unsere „Freiwilligen“ zu erleichtern, ist jetzt das aktualisierte Merkblatt für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter online (http://www.rdi-ev.de/media/Formulare/Freiwilligeninfo%20zur%20Erstinformation.pdf ) Ist vielleicht auch für „Ehemalige“ noch mal interessant zu lesen.

Spendenveranstaltungen füllen die Vereinskasse

Schüler der Matthias-Erzberger-Schule in Biberach haben beim Aktionstag „Mitmachen Ehrensache“ über 1000 € für RDI-eV erarbeitet (http://www.rdi-ev.de/pages/posts/rdi-e.v.-erhaelt-1057-euro-von-der-matthias-erzberger-schule-in-biberach-96.php ) Ganz herzlichen Dank dafür !
In Bremen startete Ende März zum zweiten Mal ein Afrika-Abend mit großartigen Musikern und sowohl begeistertem als auch spendenfreudigem Publikum. 1700 € kamen für den Verein zusammen. ( http://www.rdi-ev.de/pages/posts/afrika-abend-brachte-einen-erloes-von-1700-euro-95.php ) Allen Mitwirkenden nochmals ein Danke schön !

Ein Hilferuf aus Rumänien

Über unser Gründungsmitglied Lutz Bielefeld erhielt der Verein einen dringenden Hilferuf aus der ländlichen Karpatenregion im Südwesten des Landes. Das Dorf Cornereva bittet um Unterstützung beim Wiederaufbau einer Gesundheitsstation für die Region mit 14 umliegenden Dörfern. Die Versorgungssituation ist in dieser an Serbien grenzenden Region trotz EU-Mitgliedschaft Rumäniens katastrophal. Da wir in der Vergangenheit immer wieder Sachspenden (Krankenbetten, Rollstühle etc.) ablehnen mussten, weil sie nicht nach Gambia zu transportieren oder dort nicht zu gebrauchen waren, prüft der Vorstand von RDI-eV zur Zeit, ob wir hier einen Beitrag zur Hilfe leisten können ohne unsere für Buniadu benötigten Kapazitäten und Ressourcen zu belasten.

Studenten der Kunstschule Wandsbek legen erste Ergebnisse vor

Wie in den letzten Riverboat-News berichtet und auch auf der Mitgliederversammlung 2014 bereits angesprochen, hat sich ein Jahrgang „Kommunikationsdesign“ der Kunstschule Wandsbeck unter dem Motto „alles moderner, schöner, besser“ mit dem Verein RDI-eV beschäftigt. Als erstes Ergebnis wurden verschiedene Bildpunktentwürfe für ein neues „Vereins-Design“ vorgelegt, das nun weiter entwickelt werden soll, was noch einige Semester in Anspruch nehmen wird. Es war jedenfalls sehr interessant zu hören, wie die Studenten an das Thema Öffentlichkeitsarbeit des Vereins von einer ganz anderen Warte herangegangen sind.

Mitglieder werben – Mitglied werden

Jeder Verein lebt von und durch seine Mitglieder. Je mehr (möglichst auch noch engagierte) Mitglieder ein Verein hat, desto breiter ist die Basis für Meinungsbildung, für Aktivitäten und für das Auftreten gegenüber Institutionen wie Behörden, aber auch potentiellen Geldgebern. Deshalb möchten wir in diesem Jahr aktiv für ein Wachsen des Vereins eintreten.
Also liebe Vereinsmitglieder, bitte überlegt, ob Ihr aus Eurem Umfeld den einen oder die andere bewegen könnt, uns und das Ziel unseres Vereins mit einer Mitgliedschaft zu fördern.
Und alle Förderer und Freunde des Vereins, die ( noch ) nicht Mitglied sind, bitten wir, sich vielleicht jetzt doch noch zu einer Mitgliedschaft durchzuringen ( http://www.rdi-ev.de/media/Formulare/Mitgliedsantrag.pdf ) Denn gemeinsam sind wir stark zum Wohle der von uns unterstützten hilfsbedürftigen Menschen.

Ich wünsche Euch / Ihnen allen eine gute Frühlings- und Sommerzeit

für den Vorstand
Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

Riverboat-News Nr. 02 Februar 2015

Liebe Vereinsmitlieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

wir hoffen, dass Ihr/Sie alle gut im neuen Jahr 2015 angekommen seid. Schon sind wieder drei Monate vergangen seit der ersten Ausgabe der Riverboat-News und gemäß unserem Versprechen, Euch/Sie regelmäßig über alles im und um den Verein zu informieren, folgt also nun die zweite Ausgabe.

Im Westen ( Afrikas ) nichts Neues

Wir alle hatten gehofft, im Februar an dieser Stelle berichten zu können, dass die Arbeiten zur Fertigstellung des health centers in Buniadu wieder in vollem Gange seien. Das ist leider nicht der Fall. Heike und Heiner Tautz sehen sich derzeit noch nicht in der Lage, zurück nach Gambia zu gehen. Das hat verschiedene Gründe, liegt zum einen an gesundheitlichen Problemen, vor allem aber an finanziellen Problemen, die durch Heikes und Heiners langjährige rein ehrenamtliche Tätigkeit entstanden sind. Wir hoffen, dass Heike und Heiner möglichst bald wieder ihre Arbeit in Gambia aufnehmen können. Nach den derzeitigen Planungen wird das im April / Mai so weit sein.

Spendensegen aus dem Süden

Großartige Nachrichten aus dem Schwabenland: Unser Vereinsmitglied Silke Schmucker beendete unter Mithilfe weiterer Vereinsmitglieder mit dem alljährlichen Adventsmarkt eine einjährige Spendenaktion, die in Kooperation der Firma ihres Ehemannes ( Zaunteam Oberschwaben ) mit dem lokalen Sportverein (Sportfreunde Bussen ) bei zahlreichen Veranstaltungen die Rekordsumme von fast 9000 € erbrachte. Der Verein bedankt sich ganz herzlich und wird dieses Geld wie immer verantwortungsbewusst für die Gesundheit der Menschen in Gambia einsetzen.

Studenten beschäftigen sich mit RDI

Ein Jahrgang „Kommunikationsdesign“ der Kunstschule Wandsbeck beschäftigt sich als Semesterarbeit mit den „Riverboat-doctors“ unter PR-Gesichtspunkten. Für den Vorstand war es eine nette Abwechslung, den Studentinnen und Studenten die Ziele und Besonderheiten des Vereins näher zu bringen. Und nun sind wir natürlich gespannt, was die jungen Leute uns irgendwann als Ergebnis ihrer Kreativität präsentieren werden.

Ebolasituation in Westafrika

Die Zahl der Neu-Erkrankungen ist zur Zeit in den am stärksten betroffenen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia deutlich rückläufig, Nigeria, Mali und Senegal werden wieder als Ebola-frei bezeichnet, doch ist die Gefahr damit noch längst nicht gebannt. Es wird befürchtet, dass die Seuche wie ein Schwelbrand wieder aufflackern könnte.
Für Gambia ist derzeit nicht von einer größeren Infektionsgefahr auszugehen. Deshalb sind wir optimistisch, ab Mai 2015 auch wieder Freiwillige entsenden zu können.

Leider immer noch – dringend gesucht

Für dieses Jahr suchen wir dringend einen Lagerraum von 50 – 60 Quadratmeter Größe (trocken und mit Licht) im Bremen – Oldenburger Raum, um unsere Sachspenden bis zum Transport ins Projektgebiet lagern zu können.

Außerdem suchen wir ein neues (möglichst geländegängiges) Fahrzeug für das Gesundheitszentrum Buniadu für den Transport von Patienten, aber auch für Einkäufe für die Projektleitung und die Freiwilligen.

Zum Schluss

Auf unserer homepage findet Ihr / finden Sie eine Einladung zu einem großen Afrika-Abend zugunsten RDI in Bremen. Wer also in der Gegend ist oder Lust auf einen Ausflug nach Norddeutschland hat, … vielleicht sieht man sich ja !

für den Vorstand
Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

Riverboat-News Nr. 01 November 2014

Liebe Vereinsmitlieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

das neue Mitteilungs-Format des Vereins „Riverboat-Doctors-International“ wird Sie/Euch in Zukunft vier mal jährlich über die Aktivitäten des Vereins, über Informations- und Spendenveranstaltungen, über Entwicklungen vor Ort und alles, was sonst von Interesse ist, informieren. Wir hoffen, so den Informationsfluss verbessern und Ihr/Euer Interesse an der Arbeit des RDI-eV. unterstützen zu können.

Neuer Vorstand gewählt

Am 18.10.2014 fand in Ganderkesee eine Mitgliederversammlung statt, bei der satzungsgemäß ein neuer Vorstand gewählt werden musste (alle Vereinsmitglieder erhalten natürlich zeitnah noch das ausführliche Protokoll). Nach dem Ergebnis dieser Wahlen ergibt sich folgende Zusammensetzung des künftigen Vorstands:

1. Vorsitzender: Christian Göken

Christian kennt die Vorstandsarbeit aus seinen sieben Jahren als 2. Vorsitzender des Vereins und weiß alles über Verträge, Aktivitäten, Verpflichtungen und Zielsetzungen des Vereins aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wird sich auch weiterhin um die Beschaffung und den Transport von Hilfsgütern kümmern.

2. Vorsitzender: Dr.med. Markus Schopp

Markus hat schon mehrfach als Arzt für verschiedene Organisationen in Afrika gearbeitet, kennt sich also bestens aus mit Medizin unter Armutsbedingungen. Berät die Teams vor Ort bei medizinischen Problemen und unterstützt den Verein in Deutschland durch Vorträge, Benefizkonzerte etc. seit Anfang des Jahres 2012.

Kassenwart: Jürgen von Leszcynski

Jürgen kann als gelernter Bühnenbauer am Bremer Theater hervorragend zwischen Schein und Wirklichkeit unterscheiden. Daher wird er trotz seiner erst kurzen Vereinzu-gehörigkeit genauestens darauf achten, dass alle Gelder entsprechend dem Zweck des Verein verwendet werden.

Projektleitung in Gambia

Heike und Heiner Tautz werden sich in Gambia weiterhin entsprechend den Zielen des Vereins einsetzen. Nach vielen Überlegungen und teilweise lebhaften Debatten ist es uns gelungen, ein Modell zu entwickeln, wie den Beiden ohne Belastung des RDI-Spendenkontos eine finanzielle Absicherung inclusive Krankenversicherungsschutz über den Verein gewährt werden kann. Die Kosten hierfür werden von vielen Menschen von innerhalb und außerhalb des Vereins als zweckgebundene Spende getragen werden müssen. Deshalb bittet der Vorstand alle dem Verein Verbundenen, sich Gedanken zu machen, wer zukünftig einen monatlichen Beitrag von 10, 20, 50 oder 100 Euro hierfür leisten kann. Denn ohne eine professionelle Projektleitung in Gambia kann es kein Projekt health-center Buniadu geben. Und Heike und Heiner sind definitiv nicht mehr in der Lage, auf rein ehrenamtlicher Basis diese Arbeit zu leisten.

Ebolasituation in Westafrika

Trotz erster vorsichtig optimistischer Nachrichten ( Zahl der Neu-Infektionen rückläufig, Nigeria nach WHO-Mitteilung Ebola-frei, Impfstoff in Sicht ) kann von einer Entwarnung weiterhin keine Rede sein. Der Verein kann daher zur Zeit die Entsendung von Freiwilligen nach Gambia nicht verantworten, und auch die Planung für das kommende Jahr kann noch nicht in Angriff genommen werden. Hoffen wir, dass die jetzt verstärkt anlaufenden internationalen Bemühungen bald zu einer Eindämmung dieser schrecklichen Seuche führen werden.

Dringend gesucht

Für das kommende Jahr suchen wir dringend einen Lagerraum von 50 – 60 Quadrat-meter Größe (trocken und mit Licht) im Bremen – Oldenburger Raum, um unsere Sachspenden bis zum Transport ins Projektgebiet lagern zu können.

Außerdem suchen wir ein neues (möglichst geländegängiges) Fahrzeug für das Gesundheitszentrum Buniadu für den Transport von Patienten, aber auch für Einkäufe für die Projektleitung und die Freiwilligen.

Zum Schluss

Wir wünschen allen Mitgliedern, Freunden und Förderern des Vereins Riverboat-Doctors-International eV. eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, sowie ein erfolgreiches neues Jahr 2015

Der Vorstand

Freiwilligeneinsatz von Stefan Lungwitz

Hier folgend mein Erfahrungsbericht zum Freiwilligeneinsatzin Gambia. Im Frühjahr 2014 verbrachte ich zwei Monatebei RDI in Buniadu.Als ich Ende 2013ein sogenanntes“sabbatical“mitmeinem Arbeitgeber vereinbarte, kam ich durch eine persönliche Empfehlung zu der Ideeeines ehrenamtlichen Arbeitseinsatz bei diesem gemeinnützigen Vereinin Gambia zu absolvieren.
Meine Motivation lag hauptsächlich darin,den Menschen in Gambiazu helfen sowie Einblicke in deren Leben und der Vereinsarbeit vor Ort zu erhalten.
Zum damaligen Zeitpunkt habe ich trotz mehrmaliger beruflicher Reisen nach Nigeria noch keine richtige Vorstellung davon gehabt,was dort alles auf mich zu kommen wird.
Jedoch machte mir die unkomplizierte und unbürokratische Organisationmit RDIim Vorwege das Lebendeutlich einfacher. Durch das RDI-Informationsmaterialwurde ich gut vorbereitet.Nach Ankunft und Eingewöhnungsphase im touristisch geprägten Süden,erwartetemich im Camp bei „Heiker“, wie ich die lokalen Projektleiter Heike und Heiner gern liebevoll nenne, ein gut organisiertes jedochrustikales und ursprüngliches Leben.Geduscht wird aus Eimern, gekocht auf Gaskochern, Wasser kommt aus dem 40m tiefen Brunnen und derStrom aus Solartafeln.
Gekocht wird jeden Abend frisch querbeet. Ob vegetarisch, einheimisch oder norddeutsch,musste ichzu meiner Begeisterung feststellen,dasshier alles „Bio“ ist.
In Deutschland laufen die Leute in die hochpreisigen Bio-Supermärkte, doch hier ist die konventionelle Landwirtschaft aufgrund fehlender Spritzmittel / Schädlingsbekämpfungsmittel von Natur aus biologisch. Wie ich feststellen konnte,wirddas Gemüse nur mit Kuhdung, Erdnuss Schalenund Mutter Erdegefüttert. So schmeckt das Gemüse hier noch so wie man es aus Kindestagen aus Großmutters Garten kennt.

Lokale Speise mit Rindfleisch, Weißkohl, Casava und Gemüsereis

Lokale Speise mit Rindfleisch, Weißkohl, Casava und Gemüsereis

Freiwilligenunterkunft vor der Sanierung

Freiwilligenunterkunft vor der Sanierung

Freiwil ligenunterkunft nach der Sanierung

Freiwilligenunterkunft nach der Sanierung

Nach kurzer Einweisungsphase durfte ich an der Sanierung der Freiwilligenunterkünfte sowie des benachbarten Wohnhauses mitarbeiten. Dies betraf vor allem den Innenausbau der neuen Freiwilligenunterkunft, Errichtung der Betten samtMosiktoschutz, Verputzen von Löchern, Fliesen legen, Erstellung eines Regenwasserschutz, einsetzten neuer Fensterfronten und Sicherungsgitter etc.
Als Nächstes stand der sogenannte „Bantaba“ (lokal typischer gesellschaftlicher Versammlungsort) auf der Agenda. Es galt die gesamte Dachkonstruktion inklusive Abstützung zu überarbeiten. Es handelte sich dabei um eine Konstruktion aus Stahlprofilen (Vierkant-und Winkelprofile) und Palmenhölzern. Zur finalen Abdeckung wurden dann gebundene Strohmatten verwendet. Als Vorlage für den Materialeinkauf und die Vorgehensweise beim Bau wurden entsprechende Handskizzen erstellt und bemaßt.

Skizze der Dachkonstruktion des Bantaba

Skizze der Dachkonstruktion des Bantaba

Dachk onstruktion des Bantaba in der erste n Bauphase

Dachkonstruktion des Bantaba in der ersten Bauphase

Finaler Bantaba

Finaler Bantaba

Das gesamteabzudeckende Spektrum an Arbeitenbedurftenicht zwingend einer handwerklichen Berufsausbildung, sondernentspricht vielmehr einemfundierten heimwerken auf hohem Niveau.
Wichtig für die Erfüllungder an mich gestellten Arbeiten waren, stetseinenPlan im Kopf zu habenund diesen strategisch abzuarbeiten. Jedoch muss man dabei die nötige Flexibilität und Gehör für die Meinung der lokalen Facharbeiter aufbringen. Diesmusste ich vor Ort lernen und es hat mir bei der Erfüllung der Aufgaben am Ende wirklich weiter geholfen.
Aus handwerklicher Sicht entsprechen die Arbeitsumständezum Teileiner Reise in die Vergangenheit. Gearbeitet wird mit teilweise hochwertigen Werkzeuge aus deutschen Materialspenden und traditionellen lokalen Arbeitsmittelnsowie jede Menge „manpower“. Aufgrund der örtlichen begrenzten Verfügbarkeit an Baumaterialien ist dabei eine Menge Improvisationstalent und Reaktionsvermögen gefragt.

Bauarbeiten mit "manpower"

Bauarbeiten mit „manpower“

Nebender Bautätigkeit habe ich in meiner Freizeit das Leben im Camp und dem Dorf sehr genossen.Ich habe viel Ruhe finden können, trotz der vielen Projekte und dem Tagesgeschäft
(Wasser vom HC holen, Lebensmittel in Barra einkaufen, Essenszubereitung etc.). Aber das steht nicht im Vergleich zu demStress den man im deutschen Alltag ausgesetzt ist.
Trotz der Möglichkeit des Internetzugangs(wenn auch unter sehr erschwerter Verbindung), habe ich eine nahezu Abnabelung dieser Aktivitäten sehr genossen. Mal für einige Wochen kein Facebook, Outlook, whatsapp, viber, gmail etc. benutzten „zu müssen“, empfand ich als eine wahre Wohltat. Dass unsere moderne Kommunikationsgesellschaft in vielerlei Hinsicht ein Segen ist,so ein großer Fluch kann es auch für die innere Ruhe bedeuten. Und das ist mir hiersehr bewusst geworden.Das Zusammenleben mit Heike und Heiner hat mir viel Freudebereitet. Auch wenn man sich im Alltagsablauf mal an einander reibt, haben wir dennoch stets als Team agiert. Gemeinsame Aktivitäten wie das Abendessen mit anschließendem „african-TV“, sprich gesellschaftliches Lagerfeuer mit einem Feierabendbierchen,haben mir die Möglichkeit gegeben deren Erfahrungen anzuhören.
Die Wochenenden standen zur freien Verfügung, diese habe ich mit kleineren Ausflügen oder der Teilnahme an Aktivitäten im Dorf verbringen können. So habe ich einige Hochzeits-und Trommelfeste miterleben dürfenoder mit den lokalen Fußballern gekickt.Bei den Menschen hier hab ich mich stets sicher gefühlt. Die Gambierhabe ich als sehr Fried selige und offene Menschenkennen gelernt.
So habe ich auch gute Einblicke in das afrikanische Dorfleben bekommen können. Was mir dabei geholfen hat, die Sorgen und Nöte der Einwohner sowie die Unterschiede zwischen den verschiedenen Volksgruppen besser zu verstehen. Viele Dinge waren mir im Vorfeld diesbezüglich bei weitemnicht so bewusst gewesen.
An dieser Stelle finde ich es ganz passend einmal Heiner zu zitieren: „Das Leben hier ist so schön, man muss es nur verstehen“.Mein Fazit:Durch das einfache und auf das wesentlich beschränkte Leben vor Ort,konnte ich Abstand zu dem schnelllebigendeutschen Alltagsleben gewinnen. Mir ist dadurch erst wieder richtig bewusst geworden in welchem selbstverständlichen Überfluss und Wohlstand wir zumeist in Westeuropa leben.
Ich lernte in Gambiaim Umgang mit der einheimischen Bevölkerung deren Gebräuche und Sitten besser zu verstehen sowie vor allem zu respektieren. Aber auch in einiger Hinsicht als gut ausgebildeter Westeuropäer mit gutem Bespiel voran zu gehen, vor allem was Arbeitsgüte,Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit angeht. Das Verhalten der Europäer wird hier nämlich genausten beobachtet und bewertet. Man ist dabei stets auch Repräsentant seineseigenen HerkunftslandundseinerKultur.Ich danke Heiner und Heike für ihre Bemühungen vor Ort und weiß diese enorm zu schätzen. Ich bin gerne bereit auch über meinen Einsatz hinaus weiter die Vereinsarbeit zu unterstützen.

Ferien auf dem Bauernhof auf afrikanisch

Ferien auf dem Bauernhof auf afrikanisch