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Riverboat-News Nr. 10 Dezember 2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

vor ziemlich genau zwei Jahren haben wir den ersten Riverboat-Newsletter verschickt. Seither wechseln sich gute und schlechte Nachrichten kontinuierlich ab. Auch in diesem Newsletter werden gute und schlechte Entwicklungen zur Sprache kommen müssen.

Vereinsvorstand im Amt bestätigt

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung standen die turnusmäßigen Neuwahlen des Vorstandes an. Der gesamte Vorstand wurde für weitere zwei Jahre gewählt, so dass Kontinuität in der Vereinsarbeit gewährleistet ist. Alle Vereinsmitglieder erhalten zusammen mit diesem Newsletter das ausführliche Protokoll der Mitgliederversammlung.

Heike und Heiner Tautz erkrankungsbedingt in Deutschland

Anfang November erreichte uns die Nachricht, dass Heiner Tautz so schwer erkrankt war, dass auch die in Buniadu anwesenden deutschen Ärztinnen die möglichst baldige Rückholung nach Deutschland empfahlen. Dies konnte kurzfristig ermöglicht werden, und nun wünschen wir Heiner eine baldige Besserung seiner Beschwerden.

Weitere Vereinskooperationen

Neben der bisher recht erfolgreich verlaufenden Kooperation mit dem Münchener Verein „Ärztecamp International e.V.“ laufen nun auch Gespräche mit anderen in Gambia aktiven Vereinen, um durch die Bündelung von Ressourcen die Arbeit zum Wohle der Bevölkerung von Buniadu weiter zu stärken und zu verbessern.

Zum Schluss

dieses ausnahmsweise recht kurzen Newsletters wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Förderern von RDI e.V. eine besinnliche Adventszeit, nicht ohne daran zu erinnern, dass nur durch Ihre Spenden unsere Arbeit ermöglicht wird.

Für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-12-01 10:30:392017-12-12 10:59:04Riverboat-News Nr. 10 Dezember 2016

Projektbericht Gambia 26.09.2016 – 10.10.2016

Ärztecamp International e.V. Deutschland
In Zusammenarbeit mit Riverboat Doctors International e.V. Buniadu/Gambia

Projekt:

Riverboat Doctors International e.V.
RDI e.V. betreibt ein Gesundheitszentrum in Buniadu, einem Provinzdorf am Nordufer des Gambia Flusses in Westafrika. Geleitet wird das Zentrum von der deutschen Krankenschwester Heike Tautz. Ihr Ehemann, Heiner Tautz, kümmert sich um die technischen Belange. Zehn einheimische Mitarbeiter und Freiwillige aus Europa vervollständigen das Team.

Teilnehmer:

RDI e.V. ist vertreten durch Heike Tautz, die mit 11 einheimischen Mitarbeitern im HealthCenter Buniadu arbeitet.
Ärztecamp International stellte:

  • Kinderärztin – Heidi Olischläger,
  • Laborantin – Irmgard Balser,
  • Physiotherapeutin – Dorothea Licht

zur Verfügung.

Ablauf der Anreise:

München-Brüssel mit Lufthansa, Brüssel – Banjul mit Brusselsair,
Übernachtung bei Claudia und Joe Camping Sukuda
Taxi zur Fähre, Fähre von Banjul nach Barra, Taxi nach Buniadu

Leistung Ärztecamp International:

Mitführung von Babywaage, HB Messgerät, 850 Euro für Medikamente, die vor Ort von uns, nach einer Aufstellung von Frau Tautz, in Banjul gekauft wurden. Außerdem Verbandsmaterial, Spritzen, Kanülen, Babyflaschen, Babynahrung, Zahnbürsten, Zahnpasta, Brillen, Sonnenbrillen, Instrumente zur Wundversorgung, Einmalhandschuhe, medizinische Bücher, Handtücher.

Eigenleistungen:

Flug mit Brusselairlines ca. 750 Euro
Übernachtung am ersten Abend in Banjul ca. 25 Euro.
Taxi und Fähre zum Arbeitsort ca. 15 Euro.
Kostenfreie Übernachtung im nahegelegenen Haus (ca. 800 m Entfernung vom HC), 2 Zimmer mit je 1 Toilette, gemauertes Doppelbett mit Matratze, Moskitonetz, Kochgelegenheit durch Gaskocher, nötigstes Geschirr vorhanden, Wasser durch Kanister, kein Strom – Stirnlampe oder Batterieleuchte.
Essen am Tag ca. 5 Euro (Fertigung durch Nachbarin möglich) oder/und Mitgebrachtes wie Nudeln,(Fertigpackung) Kaffee, Müsli, Brot, Salami, Käse, Honig, Marmelade. Obst und Gemüse gibt es nur in Barra ca. 15 km entfernt (Markt am Fährhafen). Hin und wieder kommt ein Fischer vorbei, bei ihm können frische Fische gekauft werden.

Ausstattung der Krankenstation:

Die Station verfügt über ein überdachtes Wartezimmer, ein Büro für die Patientenaktenordner, 3 Behandlungszimmer mit Tageslicht, (in einem davon befindet sich eine Patientendusche),1 fensterloser Raum mit 2 Liegen (für Physiotherapie geeignet). 1 Screening Raum
2 Toiletten
Lager mit Apotheke
1 Kühlschrank
1 Ventilator
Eine Aufenthaltsgelegenheit im Freien (überdacht)
1 Waschmaschine, solarbetriebene Wasserpumpe.
Die Räume waren sauber und wurden täglich gereinigt.
Die Mitarbeiter sprachen alle gut Englisch, so
dass keine Sprachbarrieren vorhanden waren.

Diagnostisch-Therapeutische Möglichkeiten:
Ultraschall Abdomen, Medikamente, Verbandsmaterial, HB Bestimmung, Malaria Test-Set, Urinsticks, Blutdruckmessgerät, Fieberthermometer, Schwangerschaftsteststreifen.

Tagesablauf:

7.30 Ankunft im HealthCenter,
durch die gambischen Mitarbeiter werden die Patienten aufgenommen, Blutdruck gemessen, bei Kleinkindern Gewicht, Fiebermessung, Größe.
Vorläufige Diagnosen Stellung, Patienten werden mit Nummern versehen.
Aufnahme von ca. 70 Patienten am Tag.
Patienten werden einzeln in die verschiedenen Behandlungsräume gebeten, dort finden weitere Untersuchungen statt sowie die Verbandswechsel. Heike möchte jeden Patienten selbst sehen und überprüft unsere Behandlungen. Neue Patienten werden von ihr selbst aufgenommen.
Mittagspause ca. 11 Uhr, Kaffeepause ca. 14.00

Patientengut:

70 % aller Patienten sind Kinder:
Infektionen, Durchfälle, Darminfekte, Husten, Unterernährung, Brand- und Verkehrsunfall Verletzungen, Hauterkrankungen, Hautinfektionen, Abszesse, chronische Otitis, Hochdruck, Wunden durch Würmer und Larven verursacht, Würmer, Malaria, TBC, Aids, Muskel- und Gelenkschmerzen, hochfiebernde Infekte, Blasenentzündungen. Schwangerschaften, Neugeborenen Untersuchungen.
TBC und Malaria Patienten werden mit dem RTW in die kleine
Klinik in Essau (ca. 10 km entfernt) gebracht und dort behandelt, Röntgen ist nur in Banjul möglich. Heike führt das HealthCenter wie eine Hausarztpraxis mit Wiedereinbestellung, dadurch längere Beobachtung der Heilungsprozesse nachhaltig gewährleistet.

Fazit:

Heike Tautz hat mit dem HealthCenter in Buniadu in den vergangenen Jahren ein gutgehendes Imperium aufgebaut. Sie ist mit ihren Behandlungserfolgen weit über die Grenzen hinaus bekannt.
In den ersten Tagen war die Zusammenarbeit schwer, da Frau Tautz die Kontrolle für ihre Patienten selbst übernehmen wollte und wir nicht selbstständig arbeiten konnten. Verständlicherweise, da sie seit Jahren nach bewährter Routine alleine arbeitet.
Doch nach ein paar Tagen, hat sich Vertrauen von beiden Seiten her aufgebaut und die Zusammenarbeit verbesserte sich.
Frustrierend für die Arbeit ist, dass Frau Tautz immer mit finanziellen Unsicherheiten mit RDI zu rechnen hat.
Am zweiten Tag unserer Ankunft wurde sogar über eine Schließung nachgedacht, was uns doch sehr betrübt hätte.
In letzter Minute kamen dann doch noch Gelder und der Betrieb konnte aufrechterhalten werden.
Eine Fortsetzung 2017 ist im Moment noch nicht gewährleistet, das muss erst mit dem Verein RDI geklärt werden. Sollte das positiv ausfallen, kann man über eine weitere ärztliche Hilfe seitens ÄCI erfolgen.
Auf Grund der Unsicherheit einer Fortführung, haben wir die Babywaage und auch das HB Messgerät als Leihgabe zur Verfügung gestellt, damit bei eventueller Schließung beides an uns zurückgegeben werden muss.

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-10-10 18:27:472017-09-18 10:48:31Projektbericht Gambia 26.09.2016 – 10.10.2016

Riverboat-News Nr. 09 September 2016

Liebe Vereinsmitglieder,
liebe Freunde und Förderer des Vereins,

Der Sommer zeigt sich gerade noch einmal von seiner besten Seite, doch riecht es bei uns manchmal schon nach Herbst. In Westafrika bedeutet das, die Regenzeit ist endlich vorbei, die Temperaturen werden bald wieder erträglicher und die von den Wassermassen der Regenzeit verursachten Schäden können behoben werden, leider sind es in diesem Jahr wieder allerhand Ecken, an denen Reparaturarbeiten dringend erforderlich sind.

Sommerpause in Buniadu beendet

Schon Anfang Juli haben Heike und Heiner Tautz ihren Deutschlandaufenthalt beendet und sind wieder in ihr afrikanisches Zuhause nach Buniadu zurückgekehrt. Über Mangel an Arbeit brauchten sie sich nicht zu beklagen. Leider war eines unserer größten Sorgenkinder, der 5-jährige Ebou in der Zwischenzeit verstorben.
Aber natürlich konnte Heike auch wieder von Erfolgen im Kampf gegen Mangel- und Unterernährung berichten. An dieser Stelle möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass der aktuelle Monatsbericht aus Gambia immer zeitnah auf Facebook veröffentlicht wird.
Hier lässt sich dann auch nachlesen, welche Schäden der Regen wieder angerichtet hat. Vor allem die Dächer der Unterkünfte, sowohl für Heike und Heiner, als auch für die Freiwilligen, sind dringend erneuerungsbedürftig. Leider ist das in Gambia erhältliche Material so schlecht, dass bei der Erneuerung eines Daches schon absehbar ist, wann es wieder undicht sein wird.

Mitgliederversammlung am 22.10.2016

Natürlich werden alle Vereinsmitglieder noch rechtzeitig die offizielle Einladung inclusive Tagesordnung erhalten. Turnusmäßig stehen Vorstandswahlen an, und auch darüber hinaus gibt es einiges zu besprechen und zu entscheiden. Und wer noch kein Vereinsmitglied ist, aber gerne mitentscheiden möchte, den kann ich nur auf ein per Homepage erhältliches Formular mit Namen „Antrag auf Mitgliedschaft“ hinweisen.
Persönliche Unterstützung durch Mitarbeiter-Patenschaften

Vielleicht hat der eine oder andere Empfänger dieses Newsletters schon einmal daran gedacht, die Gesundheitsstation in Buniadu dauerhaft zu unterstützen? Hier schlagen wir einen Weg vor, der vielleicht wegen seines direkten persönlichen Bezuges Interesse wecken könnte:

Bei der Arbeit im health-center Buniadu lernen unsere Freiwilligen zwangsläufig unsere sympathischen afrikanischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen. Aber auch unseren Freunden und Förderern, die nicht nach Gambia reisen, versuchen wir, unsere Mitarbeiter immer wieder vorzustellen. Vielleicht entsteht so das Interesse, zu einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter eine ganz besonders enge Beziehung aufbauen. Dann schlagen wir eine Patenschaft für diese Mitarbeiterin, bzw. diesen Mitarbeiter vor. Für die Verpflichtung, für eine bestimmte Zeit das Gehalt oder ein Teil des Gehaltes zu übernehmen, helfen wir dabei, den Kontakt zum „Patenkind“ aufzubauen und aufrecht zu erhalten.

Zur Information: die Monatsgehälter liegen zwischen 30 und 60 Euro.

Wir würden uns sehr freuen, wenn dieser Vorschlag bei dem einen oder anderen Empfänger unseres Newsletters Interesse finden könnte. Für nähere Auskünfte stehen wir natürlich telefonisch zur Verfügung.

Drittes Bockhorner Chorkonzert für Afrika am 29.10.2016

In diesem Jahr konnten wir den „Lesummünder Gospelchor“, den Barbershop-Chor „Sugar’n Spice“ und die afrikanische Trommelgruppe „Yankadi-Ba“ für die Gestaltung unseres Benefiz-Konzerts gewinnen. Veranstaltungsort wird wie in den letzten Jahren wieder die Kirche Bockhorn im Himmelskamp sein. Wir hoffen auf zahlreiche Besucher und reichliche Spenden.

Gemeinnützigkeit des Vereins vom Finanzamt bestätigt

Nach eingehender Prüfung der eingereichten Unterlagen aus den Jahren 2013 bis 2015 hat das Finanzamt Delmenhorst dem Verein RDI e.V. weiterhin die Gemeinnützigkeit bescheinigt

Zum Schluss

wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Förderern von RDI e.V. einen sonnigen Herbst und vielleicht ein paar zündende Ideen für weitere Unterstützung.

Für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-09-01 15:47:472017-12-12 10:59:15Riverboat-News Nr. 09 September 2016

Riverboat-News Nr. 08 Juni 2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

im Süden regnet es ohne Unterlass, der Norden hat schönes Sommerwetter, da werden vielen sagen, das sei eine verkehrte Welt. Und auch wenn man erzählt, dass da zwei Leute von Westafrika nach Norddeutschland fliegen, um Urlaub zu machen, könnte man von verkehrter Welt reden.

Heike und Heiner Tautz zum Urlaub in Deutschland

Seit Ende Mai erholen sich Heike und Heiner Tautz von dem anstrengenden letzten Jahr in Gambia mit Wiedereröffnung des health-center und mehr Patienten denn je. Aus diesem Anlass gab es am 1.6.16 in Ganderkesee ein Treffen mit einigen ehemaligen freiwilligen Helfern. Fragen wie „was ist eigentlich aus … geworden?“ machten die Runde, und am Ende eines harmonischen Abends dachte und sagte manch einer: „Ich will da auch mal wieder hin!“

Homepage frisch renoviert

Wer lange unsere Vereins-homepage nicht mehr besucht hat, wird sie vermutlich kaum wieder erkennen. Unser Webmaster hat sich selbst übertroffen und die Seite ordentlich aufgefrischt. Neben dem notwendigen Formularkram und neben den schon länger bestehenden Foto- und Zeitungsarchiven finden sich jetzt auch Fotos unserer Mitarbeiter in Buniadu sowie einige Hinweise zu den dort behandelten Patienten. Außerdem ist über die homepage ebenso wie auf facebook jetzt jederzeit der aktuelle Monatsbericht unserer Projektleitung aus Gambia zu lesen ( nur für Juni wird es wohl keinen geben, es sei denn Heike schreibt über ihren Jahresurlaub ).

Dach der Wartehalle erneuert

Wie angekündigt wurde im April das marode Dach der Wartehalle erneuert und gleichzeitig um etwa 20 cm angehoben, was zu einer deutlichen Verbesserung der Luftzirkulation führte.

Spendedosenaktion bringt viel Kleingeld

Seit einigen Monaten stehen nun an verschiedenen Plätzen wie Arztpraxis, Tankstelle, Frisör etc. unsere Spendendosen. Bei den Leerungen fällt immer viel Kleingeld an, aber zusammengerechnet konnten insgesamt schon über 300 Euro auf das RDI-Konto überwiesen werden. Deshalb: sollte jemand eine Idee haben, wo man noch eine solche Spendendose zusammen mit einem kleinen Poster und einem Aufsteller mit Flyern postieren könnte, bitte Kontakt mit dem RDI-Vorstand aufnehmen, wir schicken dann gerne alles zu.

Mitgliederversammlung Ende Oktober

Bitte vormerken: Ende Oktober (22. oder 29.10.) findet unsere jährliche Mitglieder-versammlung statt, der genaue Termin wird baldmöglichst bekannt gegeben. In diesem Jahr stehen auch wieder turnusmäßig die Vorstandswahlen an. Die Mitglieder, die von weiter weg anreisen, bitten wir, sich frühzeitig mit uns in Verbindung zu setzen, damit wir uns um die Unterkunft kümmern können. Und für diejenigen, die noch kein Vereinsmitglied sind, aber trotzdem mitreden und mitbestimmen möchten, habe ich noch als heißen Tipp ein Formular auf unserer homepage bereit, das nennt sich „Antrag auf Mitgliedschaft“

Stadtfest in Erbach

Noch ein Termin: am 7.8.2016 findet das Erbacher Stadtfest statt, und da werden an einem Stand tolle Sachen zugunsten von RDI verkauft. Auch auf jeden Fall eine Reise wert.

Zum Schluss

wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Förderern von RDI e.V. einen tollen Sommer mit viel Sonne und Erholung. Und nicht vergessen: wenn irgendwo eine RDI-Spendendose herumsteht, dann gehört das Wechselgeld da herein.

Für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-06-01 10:22:272017-12-12 10:59:25Riverboat-News Nr. 08 Juni 2016

Riverboat-News Nr. 07 März 2016

Liebe Vereinsmitglieder,
liebe Freunde und Förderer des Vereins,

Es ist ja nicht zu übersehen: unser Newsletter hat ein neues Outfit. Aber auch unsere Flyer, unser Internetauftritt und unsere facebook-Seite haben ein verjüngtes neues Aussehen bekommen. Und wer noch nicht wusste, dass RDI e.V. auch auf facebook zu finden ist, der sollte dort schleunigst mal nachschauen, weil es dort immer brandaktuell die neuesten Fotos und Berichte zu finden gibt. Und wir freuen uns über jedes Teilen und damit Verbreiten eines Beitrags.
Es ist ja noch nicht so lange her, dass wir unseren letzten Newsletter verschickt haben, da es aber einiges an Neuigkeiten zu berichten gibt, erreicht Euch dieser Newsletter jetzt schon im März.

Finanzierung der Projektleitung gesichert

Dank mehrerer großzügiger zweckgebundener Spenden und weiter bestehender regelmäßiger Unterstützung durch mehrere Vereinsmitglieder und Förderer ist die finanzielle Absicherung unserer Projektleitung Heike Tautz in Buniadu nun bis zum Jahresende gesichert. Allen Spendern an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür. Ende Mai wird Familie Tautz für ihren wohlverdienten Jahresurlaub nach Deutschland kommen und dann Anfang Juli nach Ende des Ramadan wieder nach Gambia zurückkehren.

Erstmalige Kooperation mit „Ärztecamp International e.V.“

Anfang März besuchten erstmals zwei Mitglieder des Münchener Vereins „Ärztecamp International e.V.“ das healthcenter Buniadu, um sich vom Charme unserer Patienten einfangen zu lassen und den hohen Standard der medizinischen Versorgung in unserer Gesundheitsstation zu bewundern. Außer ihrer Arbeitskraft als Kinderarzt, bzw. Allgemeinarzt brachten sie auch eine spürbare finanzielle Unterstützung für den Medikamenteneinkauf mit. Im April werden sie ihre Erfahrungen in München auf der Mitgliederversammlung ihres Verein vortragen, und wir hoffen auf weitere Unterstützung von dort.

Immer mehr mangelernährte Kinder

Mit Beginn des Jahres 2016 fällt die stetig zunehmende Zahl mangelernährter Säuglinge und Kleinkinder auf. Teilweise werden die Säuglinge von ihren Müttern mit einem Gewicht unter 2 kg gebracht. Meist können die Mütter aus dem einen oder anderen Grund nicht stillen, und diese Babys haben ohne den Einsatz von RDI e.V. keine Überlebenschance. So werden sie mit „Lactogen“ für einen Euro am Tag aufgepäppelt. Manchmal setzt bei der Mutter doch noch die Milchproduktion ein, manchmal müssen die Babys mit Aufbaunahrung, bzw. später mit Babynahrung versorgt werden, bis mit der Breifütterung begonnen werden kann. Fotos solcher Kinder vor und nach dem Eingreifen von RDI e.V. sind auf der homepage sowie auf facebook zu sehen. Die Kostenbelastung für unseren Verein ist allerdings hoch.
Wir haben bereits einige lebensrettende Spenden von je 62 € für eine Palette mit 12 Dosen Lactogen (reicht für 3 Monate) erhalten, vielleicht eine Anregung zur Nachahmung. Man kann so auch zu Geburtstagen o.ä. statt irgendwelchem überflüssigen Kram mal ganz einfach ein Kinderleben verschenken !!

Kosteneinsparungen mit dem Dorfkomitee abgestimmt

Anfang März fand in Buniadu ein ausführliches Gespräch zwischen RDI-Vorstand und Projektleitung auf der einen und dem Dorfkomitee auf der anderen Seite statt. Wichtigstes Thema waren die ausufernden Kosten des healthcenters speziell duch die kostenlose Abgabe von Medikamenten. Hier konnte ein beide Seiten zufrieden stellender Kompromiss gefunden werden. In Zukunft wird das healthcenter Medikamente nicht mehr kostenlos abgeben, sondern zum Einkaufspreis, was etwa einem Viertel bis Zehntel des üblichen Apothekenpreises entspricht, da RDI e.V. die Medikamente in großen Stückzahlen sehr günstig einkaufen kann.
Außerdem wurde mit dem Dorfkomitee in sehr freundschaftlicher Atmosphäre über die weitere Entwicklung des healthcenters diskutiert, über Wasser- und Stromversorgung des Dorfes und über die ins Auge gefasste Ausbildung einer unserer Mitarbeiterinnen ( Effo ) zur Krankenschwester. Dank Unterstützung durch das Komitee scheint hier endlich Bewegung in unsere Pläne zu kommen.

Krankenwagen der Gesundheitsstation regelmäßig im Einsatz

Sei es bei einem schweren Verkehrsunfall in Buniadu mit mehreren Toten und Schwerverletzten, sei es beim Transport eines Epileptikers ins Krankenhaus nach Essau, immer wieder ist der Krankenwagen im Einsatz und stellt sich als wahrer Segen für das Dorf und sein Gesundheitszentrum dar.

Zum Schluss

wünschen wir allen Mitgliedern, Freunden und Förderern von RDI e.V. eine wunderschöne Frühlingszeit

Für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-03-01 10:17:252017-12-12 10:59:35Riverboat-News Nr. 07 März 2016

Einsatz von Ärztecamp International e.V.- Mitgliedern im Health Center von Riverboat Doctors International e.V. vom 12. Januar bis 1. Februar 2016

Teilnehmer von Ärztecamp International e.V.:

  • Irmgard Balser, stimmberechtigtes Mitglied (Kassier)
  • Helge M. Kath, Fördermitglied

Während unserer 3-monatigen Wohnmobilreise durch West-Afrika, wollte ich (Mitglied und Kassier von Ärztecamp International e.V. und Mitglied bei Riverboat Doctors International e.V.), als Laborantin für ca 4 bis 6 Wochen in dem, von einer Krankenschwester und ihrem Mann (Heike und Heiner Tautz) vor ca, 7 Jahren aufgebauten, Health-Center in Buniadu, Gambia ein Basis-Labor einrichten. In vier Wochen fuhren wir mit unserem Wohnmobil durch Marokko, Mauretanien und den Senegal, um dann am Vormittag des 12. Januar im RDI-Health Center in Buniadu einzutreffen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Gründer des kleinen Gesundheitszentrums, Heike und Heiner Tautz leitete man uns zur Lodge. Dort suchten wir uns den günstigsten Stellplatz für die nächsten 4 bis 6 Wochen, erkundeten die Umgebung und akklimatisierten uns erst einmal. Beim gemütlichen Beisammensein am Abend erfuhren wir etwas über den Arbeitsrhythmus des Teams.

Tagesablauf , Personal und Räumlichkeiten

Morgens Abfahrt ca. halb 8 Uhr, mitsamt aller leeren Wasserkanister, da es in der Lodge und Umgebung kein fließendes Wasser gibt. Ankunft am Health Center gegen 7.30 Uhr, viele Patienten warten bereits. Der Nachtwächter hat begonnen Nummern auszugeben. Es folgt eine kurze Teambesprechung im Freien…..ein Besprechungsraum/Pausenraum ist nicht vorhanden.
8 Uhr Frau Heike Tautz (Projektleitung) gibt anhand der Bedarfsliste der einzelnen Behandlungsräume das Verbandsmaterial / Medikamente aus. Die Bedarfsliste wird tags zuvor von der entsprechend verantwortlichen Mitarbeiterin erstellt. Die neue Apotheke ist gut ausgestatten und durchlüftet. Monatlich einmal werden Medikamente in einer Apotheke auf der anderen Seite des Ganbiaflusses günstiger eingekauft, als diese in der Apotheke des Distrikt Krankenhauses in Essau erhältlichen wären.
In der Halle, Wartebereich (das Dach war zu diesem Zeitpunkt noch sehr desolat), befindet sich die Rezeption (separater Raum). Hier werden die Patienten registriert (Rohey) und im Büro die Krankenblätter herausgesucht. Guido, verantwortlich für die Statistik und für den reibungslosen Ablauf in der Wartehalle, lässt nach der Registrierung jeweils 4 Patienten in den internen Wartebereich vor. Von hier geht es zum Vorgespräch zu Ismail. Hier wird je nach Grund des Arztbesuches ein entsprechendes Formulare ausgefüllt. Alle Patienten werden gewogen, Blutdruck und Fieber gemessen, und den Behandlungsräumen zugewiesen.
Anschließend Beginn der Behandlungen in 3 Behandlungsräumen und einem Screeningraum.
Es gibt einen Krankenpfleger mit einem Zertifikat (Landing), das seine Ausbildung zum Krankenpfleger bescheinigt und 3 angelernte Pflegekräfte (Efo – schon 4 Jahre dabei, Jainaba und Abby). Jeder Behandlungsraum ist mit einer PflegerIn besetzt, die 4. Kraft wirkt als Springer, es findet immer wieder ein Wechsel statt. Die Pflegerinnen sind alle sehr motiviert und einfühlsam mit und zu den Patienten!
Fr. Heike Tautz wechselt von einem Behandlungsraum in den nächsten und versorgt mit Ruhe und Geduld zwischen 40 und 75, manchmal auch mehr, Patienten pro Tag mit einer kurzen Pause gegen 10.30 – 11 Uhr.
Die gute medizinische Versorgung bringt es mit sich, dass die Patienten immer weitere Wege auf sich nehmen, um in Buniadu untersucht und behandelt zu werden! Jede Konsultation kostet bisher 5 Dalasi, die Medikamente und das Verbandsmaterial werden noch umsonst abgegeben. Doch die Finanzierung wird immer schwieriger, die Patienten immer mehr.
Heiner Tautz kümmert sich derweil um die Solaranlage, die Tiefwasserpumpe (40 m tief mit nachgewiesenermaßen bestem Trinkwasser), die Wäsche, Reparaturen, hält Sitzwache bei Patienten, die zB an einer Infusion hängen und fährt natürlich alle Noteinsätze. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet von Heiner ist der Kochworkshop. Mütter, deren Kinder unter- und auch fehlernährt sind wird empfohlen an diesem, einmal wöchentlich stattfindenden, Kochworkshop teil zu nehmen. Hier kochen sie gemeinsam eine vitamin- und eiweißreiche Mahlzeit, in einem Topf auf dem Holzfeuer. Mit den je nach Jahreszeit verfügbaren, bezahlbaren Nahrungsmitteln (z.B. Süßkartoffeln, Casava (Yamwurzel), Kürbis, kleingeschnittene Blätter der Süßkartoffel, gemahlene Erdnüsse, geräucherter entgräteter Fisch und hart gekochte Eier) wird gemeinsam mit den Müttern eine hochwertige Mahlzeit zubereitet. Anschließend wird gemeinsam gegessen, der Rest wird den Müttern für eine weitere Mahlzeit für die Kinder mitgegeben. An jedem Workshop werden 25 bis 35 Kinder bekocht und jedes Kind bekommt noch eine Mahlzeit mit nach Hause. Die Kosten belaufen sich auf 20 bis 25 Euro pro Workshop.
Offiziell endet der Arbeitstag um 16 Uhr, was aber meist nicht einzuhalten ist.

Statistik

Während eines jeden Behandlungstages erstellt Guido eine Tagesstatistik: Anzahl der Patienten, Geschlecht, Kinder, Erwachsene, Diagnosen, Medikation, Überweisungen. Da das RDI-Health Center dem Distrikt-Krankenhaus in Essau unterstellt ist müssen monatlich diese Statistiken zusammen gestellt und die erhobenen Daten dem D-KH Essau mitgeteilt werden, welche es wiederum an die Regierung (Gesundheitsministerium) weiter leitet.
Die häufigsten Erkrankungen bei Kindern: Wurmbefall, Husten auch Asthma, Durchfall und Erbrechen, Malaria, Mangel- bzw. Fehlernährung, Hauterkrankungen, Verbrennungen, angeborene und erworbene Herzerkrankungen.
Bei Erwachsenen: Bluthochdruck, Diabetes, Malaria, nicht heilende Wunden, bronchiale Erkrankungen, Schwangerschaftsprobleme, Zustand nach Schlaganfall, Magenprobleme (Gastritis, Ulcus), Infektionen des Urinsystems und neuerdings auch vermehrt Patienten mit Epilepsie.

Labor

Meine Aufgabe hätte sein sollen ein Basis-Labor aufzubauen. Es wurde angenommen, dass sich alle notwendigen Utensilien in einem der 3 Container befinden. Also packten wir es an und suchten den ersten Container durch, doch bis auf eine alte Hämatokrit Zentrifuge fanden wir in dem undichten, regennassen Container nur noch ein Leitzmikroskop mit Diskussions-Tubus und ein weiteres Binokular Mikroskop von Steindorf. Ansonsten nur – vom durchgedrungen Regenwasser muffelnde – OP-Wäsche und Objektträger in verschimmelten Kartonagen.
So räumten wir erst einmal einen Container aus, lüfteten und trockneten was noch brauchbar war. ZB auch ein Ultraschallgerät, das vom nächsten Einsatz-Team (Ärztecamp International e.V.) im Februar wieder in Betrieb genommen werden konnte. Wir sichteten die beiden anderen Container und suchten im Store was evtl. für die Einrichtung eines Basislabors verwendet werden könnte. Die Überprüfung der Mikroskope ergab, dass das LEITZ-Mikroskop in Ordnung zu sein scheint, das STEINDORFF konnte jedoch nicht überprüft werden (fehlende passende Leuchtmittel, defekte Sicherung). Es gibt noch ein weiteres sehr gut erhaltenes Monokular-Fluoreszenzmikroskop (PARTEC), das vorwiegend zur frühzeitigen Malaria-Diagnostik vorgesehen ist, doch fehlen hierzu die Reagenzien.
Leider ist kaum etwas vorhanden, um ein kleines Labor für Blutbild, Differential-Ausstrich und Harnstatus, bzw Harnsediment, aufbauen zu können. Die Frage ist auch wer zB Erythrozyten und Leukozyten zählen, ein Differentialblutbild auswerten und ein Harnsediment unter dem Mikroskop beurteilen kann. Die derzeitigen Angestellten sind damit überfordert, es müsste extra eine Laborantin eingestellt werden, was vermutlich zu kostspielig würde. Auch wäre dann die Frage, ob man sich mit den alten, langwierigen Untersuchungsmethoden überhaupt noch beschäftigen sollte. Es gibt Photometer, AutoAnalyzer und viele Schnelltestmethoden.
Wenn man ins Auge fasst das RDI-Health-Center mit modernen Geräten zu bestücken, die auch eine Schnittstelle zum PC haben könnten, dann muss man allerdings auch bedenken unter welchen klimatischen Bedingungen diese funktionieren müssten! Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Probenkühlung, ausreichende Stromversorgung, Arbeitsplatz usw. müssten bedacht werden.
Wir konnten das Distriktkrankenhaus in Essau besichtigen. Das dortige Labor verfügt überraschenderweise auch nur über ein Basislabor. Es wird das Hämatokrit bestimmt und daraus der Hb-Wert berechnet. Teststreifen und Malaria-Schnelltest werden bevorzugt. Mir wurde mitgeteilt, dass Erythrozyten- und Leukozyten Zählungen nicht durchgeführt, jedoch Harnsedimente mikroskopisch begutachtet werden.
Es ist zu überlegen, ob bei dem nächsten Einsatz einer Laborantin, eine Minimal-Ausrüstung mitgenommen werden kann. Letztlich wäre eine Micro-Zentrifuge * zur Bestimmung des Hämatokrit erst mal ausreichend (einschließlich aller dazu benötigten Utensilien), da die Handhabung keine lange Übung erfordert und somit schnell jemand angelernt werden könnte. (Insgesamt ca. 800 bis 1200 Euro)

*die im nassen Container vorgefundene alte Haematokrit-Zentrifuge wurde nicht getestet, da die Auswrkungen auf das Strom/Solarsystem nich voraussehbar waren (keine Onformationen auf dem Gehäuse)

Fortbildungsunterricht

Damit die angelernten Pfleger mit der Ausgabe von Tabletten und Suspensionen umzugehen lernen wurde ihnen angeboten am Wochenende rechnen zu üben und anhand von Beispielen mit verschiedenen Dosierungen die Medikation zu bestimmen. Helge Kath (Mathematiklehrer) unterrichtete 2 x ca.3 Stunden Samstagnachmittags in einem Klassenraum der benachbarten Schule. Die Pflegekräfte waren äußerst motiviert und arbeiteten nach anfänglicher Zurückhaltung frohgelaunt mit. Irmgard arbeitete „Hausaufgaben“ aus. Während der Woche wurden Unklarheiten immer wieder hinterfragt, es war eine Freude den Lernwillen und Eifer zu beobachten!

Hygiene

Die Renovierung des Gebäudes im letzten Jahr ermöglichte eine großzügige Verfliesung des Bodens und der Wände, wodurch die Reinigung sehr erleichtert wurde. In jedem Untersuchungsraum gibt es ein Waschbecken mit fließendem Wasser. Die hygienischen Bedingungen erscheinen mir unter den gegebenen Umständen als außerordentlich gut. Leider gibt es für die Angestellten keine Umkleideräume, keine Toiletten und keine Duschen. Für die Patienten wurden allerding bei der Renovierung 2 Stehklos (mit Wickeltisch) an den Wartebereich angebaut.
Zusammenarbeit Projektleitung RDI-und Dorfkommitee
Wir hatten die Gelegenheit bei einem Teamgespräch zwischen der Projektleitung (Heike Tautz), dem RDI- und dem Dorfkomitee dabei sein zu können. Hier sollte die problematische finanzielle Situation des HC diskutiert und eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Offenbar war den Mitgliedern der Komitees der Ernst der Lage nicht bewusst. Nach 2 Stunden heftigster Diskussionen baten sie um Bedenkzeit. Zur nächsten Gesprächsrunde waren wir nicht mehr in Buniadu.

Fazit

Alles in allem lebt dieses RDI-Health-Center von dem unermüdlichen Einsatz des Ehepaares Heike und Heiner Tautz, dem liebevollen und sorgsamen Umgang mit den Patienten und der Dorfbevölkerung. Die Angestellten sind so sorgfältig angeleitet worden, dass auch sie den Patienten mit Respekt, Umsicht und Geduld begegnen.
Eine weitere Zusammenarbeit von Ärztecamp International e.V. mit diesem RDI-Health Center würde ich für sinnvoll und möglich erachten, sowohl in medizinischer, als auch finanzieller Hinsicht!


Ansonsten lebten wir in Buniadu gut in unserem Wohnmobil, nutzen die Schöpf- Dusche des Gästehauses und saßen abends gemütlich bei einem oder zwei Bierchen ratschend mit Heike und Heiner zusammen. Da das Klima zur Zeit unseres Besuches (kontinuierlich zwischen 38 und über 40 Grad) Helge Kath gesundheitlich beeinträchtigte blieben wir nicht, wie vorgesehen, mindestens 4 Wochen, sondern reisten nach 3 Wochen vorzeitig ab.
Beim Abschied war ich mir sicher, dass ich wieder kommen werde, allerdings das nächste Mal mit dem Flugzeug und nicht mehr unbedingt mit einem Wohnmobil, nur der langen Strecke wegen (mehr als 11.000 Straßen/Pisten-km).

Irmgard Balser

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-02-01 10:36:282017-12-12 10:44:21Einsatz von Ärztecamp International e.V.- Mitgliedern im Health Center von Riverboat Doctors International e.V. vom 12. Januar bis 1. Februar 2016

Riverboat-News Nr. 06 Januar 2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

mit Beginn des neuen Jahres wird wieder ein aktueller Bericht über die Entwicklungen im Verein und vor allem natürlich in Buniadu fällig. Vereinsmitglieder erhalten gleichzeitig das Protokoll der Mitgliederversammlung, die am 9. Januar in Bookholzberg stattfand.

Jahresrückblick 2015 aus der Sicht von Familie Tautz

Zum Jahreswechsel blickt man ja nicht nur nach vorne, sondern auch auf das alte Jahr zurück. Und das tut jeder aus seinem Blickwinkel. Ich möchte Euch deshalb den Rückblick, den wir von Heike und Heiner erhalten haben, nicht vorenthalten:
„….. und schon wieder ist fast ein Jahr vorüber.
Da vermutlich die nächsten Tage unser Internet wieder von den vielen Touristen blockiert ist und wir eh keine Zeit zum Schreiben haben, senden wir Euch einfach heute schon unsere Grüße zu Weihnachten.
Wir hoffen, Euch geht es gut und Ihr könnt Weihnachten in Ruhe und Frieden genießen.
Wir werden Weihnachten wieder am Lagerfeuer verbringen.
Die letzten Tage war es tagsüber sehr heiß mit viel Wind und Sand und nachts schon recht kühl.
Die letzte Regenzeit war sehr heftig, so dass die Gräser immer noch hoch sind.
Die Monate seit April, als wir wieder hier ankamen, waren sehr arbeitsintensiv und ein Ende ist immer nicht absehbar.
Die ersten Monate mussten wir uns ranhalten, um die Baumaßnahmen abzuschließen.
Seit der Wiedereröffnung des Health Centers, am 17. August, erleben wir einen nie gekannten Patienten-ansturm.
Auffallend viele untergewichtige Kinder sind dabei, und zum Teil sind diese Kinder wirklich ganz dramatisch unterentwickelt.
Leider ist uns auch ein untergewichtiges Baby gestorben … die Mutter kam einfach viel zu spät zu uns.
Doch die meisten Kinder konnten wir retten.
Seit Anfang Dezember laufen wieder, einmal wöchentlich, unsere „Koch-Workshops“ für Mütter mit untergewichtigen Kindern.
Jede Woche bekochen wir ca. 30 bis 40 Kinder und geben noch eine Mahlzeit mit nach Hause. Bisher hat fast jedem Kind unser Essen geschmeckt.
Inzwischen nehmen die Mütter auch unsere Anweisungen an und versuchen zu Hause ähnlich für die Kinder zu kochen.
Die Zutaten für das Essen richten sich nach den aktuellen Marktangeboten … sind also für jede Familie erschwinglich zu erwerben.
Ja, so etwas mit zu erleben, ist schon eine große Freude.
Bei unserem neuen Mitarbeiterteam ist nur eine von den früheren Mitarbeitern dabei, alle anderen sind neu.
Durch die vielen Neu – und Anbauten hat sich das Health Center ganz gut vergrößert und daher haben wir auch 2 Damen für die Reinigung eingestellt.
Auch unsere beiden Wachleute sind neu dazugekommen.
Insgesamt haben wir jetzt 11 Mitarbeiter im HC und alle mussten neu angelernt werden. Allein die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter war schon eine große Herausforderung, die immer noch nicht abgeschlossen ist.
Wie Ihr lesen könnt, kommt immer noch keine Langeweile bei uns auf und wir sehen dem kommenden Jahr wieder mit Spannung entgegen.
Euch und euren Lieben wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest
und alles Gute für 2016.
Liebe Grüße aus Buniadu,
Heike und Heiner

Kochhütte zunächst noch als Provisorium

Um den beliebten und auch sehr erfolgreichen Kochkursen für junge Mütter einen entsprechenden Rahmen zu geben, wurde zunächst eine provisorische Kochhütte eingerichtet, im Frühjahr kann nun dank zweier zweckgebundener Spenden eine stabile, „Regenzeit-taugliche“ Kochstelle gebaut werden, wie im letzten Rundbrief schon erwähnt.

Wartehallendach wird erneuert

Ebenfalls durch eine großzügige zweckgebundene Spende wird es nun möglich, das marode, durchhängende Dach der Wartehalle zu erneuern. Die Arbeiten hierzu sollen schon im nächsten Monat beginnen.

Neue Flyer im Druck

In Zusammenarbeit mit der Kunstschule Wandsbeck ist nun ein neuer übersichtlicher Flyer erarbeitet worden. Zur Zeit wird er in größerer Stückzahl gedruckt. Wer also gerne in seinem beruflichen oder privaten Umfeld über RDI e.V. informieren möchte, kann sich gerne an den Vorstand wenden, damit ihm ein Stapel Flyer zugesandt wird.

Spenden für Babynahrung dringend benötigt

Wie schon aus dem Jahresbericht von Heike und Heiner ersichtlich ist, nimmt die Zahl der zu versorgenden untergewichtigen Babys derzeit dramatisch zu. Die Spezialnahrung, mit deren Hilfe solchen Kindern das Überleben ermöglicht werden kann, ist für die Familien dieser Babys unerschwinglich und muss von RDI gekauft werden. Dies führt zu einer massiven Belastung des Etats der Gesundheitsstation. Um diese Spezialnahrung weiterhin kostenfrei abgeben zu können, muss entweder die kostenlose Medikamentenabgabe gestrichen werden oder es müssen zusätzliche Spendengelder für diese lebensrettende Spezialnahrung aufgebracht werden. Hier sind alle Vereinsmitglieder und Förderer des Vereins aufgerufen, in ihrer Umgebung um Spenden zu werben.

Zum Schluss

So unangenehm es auch ist, immer wieder über Geld reden und um Spenden „betteln“ zu müssen, so schön ist dann doch zu sehen, was durch diese Spenden und durch den unermüdlichen Einsatz unserer Freiwilligen, allen voran Heike und Heiner Tautz, erreicht worden ist und weiter erreicht werden kann.
Wir wünschen allen Vereinsmitgliedern, Freunden und Förderern des Vereins eine schöne Winterzeit mit viel Schnee und Sonne, sowie ein angenehmes und möglichst früh beginnendes Frühjahr.

für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2016-01-01 10:11:532017-12-12 10:59:47Riverboat-News Nr. 06 Januar 2016

Riverboat-News Nr. 05 Oktober 2015

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

bevor sich die Gedanken schon wieder der nahenden Advents- und Weihnachtszeit zuwenden, möchte ich Euch heute ein letztes Mal in diesem Jahr über die aktuellen Entwicklungen im Verein und vor allem natürlich in Buniadu berichten.

Termin für Mitgliederversammlung steht fest

Wegen der vielen Aktivitäten, Feiern etc. vor Weihnachten möchten wir nun doch nicht mehr in diesem Jahr, sondern nun definitiv zum 9.1.2016 eine Mitgliederversammlung anberaumen. Die Einladungen mit Tagesordnung etc. werden natürlich fristgerecht zugeschickt werden.

Health-center Buniadu arbeitet wieder mit voller Kraft

Mitte August war es endlich soweit. Nachdem mit allen alten und neu eingestellten Mitarbeitern fleißig geräumt und geputzt worden war, konnte das health-center am 17.08.2015 seine Pforten wieder öffnen. Gegen 10 Uhr kam der Ältestenrat um das hc zu segnen und die Mitarbeiter zu rechtmäßigem Verhalten zu ermahnen. Es wurden natürlich viele Reden gehalten und am Eingangstor wurden eine gambische und eine deutsche Flagge aufgehängt.
Durch Einführung eines neuen Archivierungssystems sind die Patientenakten übersichtlicher verstaut. Der neue große Vorratsraum ermöglichte es außerdem, alle noch in den Containern schlummernden Verbandmittel und sonstigen Sachspenden gut geordnet zu verstauen.
Die für die Bevölkerung des Dorfes eingerichtete Wasserentnahmestelle arbeitet zufriedenstellend, auch wenn ihre Fundamente in der Regenzeit unterspült wurden und hier noch wieder nachgebessert werden muss.
Schließlich ist jetzt auch der Krankenwagen zugelassen und mit gambischen Nummernschildern versehen, Polizei und sonstige Autoritäten haben mit Brief und Siegel bestätigt, dass der Wagen Eigentum des hc ist und somit niemand mehr irgendwelche Ansprüche anmelden kann.
An dieser Stelle nochmals allen herzlichen Dank, die mit Sach- und Geldspenden den Ausbau und die grandiose Ausstattung des hc ermöglicht haben. Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an Heiner Tautz, der diesen Bau so unermüdlich vorangetrieben hat, und ohne dessen Einsatz und Sachkenntnis das hc nach wie vor eine baufällige Hütte wäre.

Brunnenwasser hat Trinkwasserqualität

Dies wurde uns vom Bremer Hygiene-Institut bestätigt, das mehrere Proben aus dem Tiefbrunnen in Buniadu untersucht hat. Nun können unsere Freiwilligen, unsere einheimischen Mitarbeiter und die Dorfbevölkerung das Wasser mit noch besserem Gewissen trinken, als sie es sowieso schon getan haben.

Die einheimischen Mitarbeiter im health center Buniadu
Entsprechend dem Ausbau des hc hat sich auch das Team der einheimischen Mitarbeiter vergrößert, und wir freuen uns, dass wir nun noch mehr Menschen als bisher eine bezahlte Arbeit und damit eine Perspektive bieten können.

Guido Bah
Protokollierung der Behandlungen in unterschiedlichen formellen Vorlagen (lt. gambischem Gesetz)

Ismaela Njie
Interview: Erste Protokollierung der gesundheitlichen Beschwerden des Patienten incl. Blutdruck, Gewicht und Temperatur. Protokollierung detaillierter, vorgegebener Fragen zu den gesundheitlichen Beschwerden. Übergabe der ausgefüllten Dokumente in die entsprechenden Behandlungsräume. Hatte bereits mit Heike die Behandlungen unter dem Bantaba durchgeführt.

Abbie Sarr
1. Verbandsraum. Hat keine Ausbildung. Nach entsprechender interner Ausbildung soll sie später auf Anordnung selbstständig Verbände wechseln.

Jainaba Manneh
Praktikantin. Schulabsolventin in 2014. Zurzeit im 2. Verbandsraum. Soll jedoch alle Abteilungen durchlaufen. Ziel ist, über RDI eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren.

Rohey Corr
Praktikantin. Schulabsolventin in 2015. Zurzeit in der Rezeption. Soll jedoch alle Abteilungen durchlaufen. Ziel ist, über RDI eine Ausbildung zu absolvieren. Zurzeit führt sie die Rezeption selbstständig, hierzu gehört die Registrierung und Protokollierung der aufgenommenen Patienten, Protokollierung der Aufnahmegebühr, Führen der Einnahme-Kasse, Organisation der Einbestellungen, ordnungsgemäße Ablage der Dokumentationen.

Fatou Manneh
Langjährige Mitarbeiterin im allgemeinen Behandlungsraum.

Landing Sanneh
Ausgebildeter Krankenpfleger mit Eintragung bei der gambischer Regierung. Hat Erfahrung mit untergewichtigen und mangelernährten Kindern. Jedoch wenig bis keine Erfahrung mit Wundversorgung. Ihm ist unser Standard der Behandlung fremd, er ist jedoch lernwillig. Zurzeit versucht Heike, ihn im allgemeinen Behandlungsraum anzulernen.

Adama Gissey
Reinigungskraft. Reinigt täglich die WC`s, die Wartehalle, die Rezeption, den Korridor, den Umkleideraum sowie alle Behandlungsräume incl. Reinigung der Dusche, der Waschbecken, der Liegen und aller Arbeitsflächen. Zusätzlich, ab September, hängt sie die gewaschene Wäsche (Arbeitskleidung der Mitarbeiter, Verbandsmaterialien, Handtücher etc.) zum Trocknen auf und bringt alles zusammengenommen wieder ins HC.

Isatou Nijan
Reinigungskraft. Reinigt täglich die WC`s, die Wartehalle, die Rezeption, den Korridor, den Umkleideraum sowie alle Behandlungsräume incl. Reinigung der Dusche, der Waschbecken, der Liegen und aller Arbeitsflächen. Zusätzlich, ab September, hängt sie die gewaschene Wäsche (Arbeitskleidung der Mitarbeiter, Verbandsmaterialien, Handtücher etc.) zum Trocknen auf und bringt alles zusammengenommen wieder ins HC.

Jamba Njie
Langjähriger Mitarbeiter. Handwerker speziell Maurer ist vielfältig einsetzbar und sehr zuverlässig.

Mussa Camara
Langjähriger Mitarbeiter. Handwerker speziell Tischler ist vielfältig einsetzbar und sehr zuverlässig.

Patty Sowe
Langjähriger Mitarbeiter. Wachdienst im HC. Im Wechsel mit dem Kollegen im Tag-und Nachtdienst.

Jamba Manneh
Wachdienst im HC. Im Wechsel mit dem Kollegen im Tag-und Nachtdienst.

Bau einer stabilen Kochhütte geplant

Dank zweier Sonderspenden wird es nun möglich sein, am hc in Buniadu eine stabile, allen Wetterkapriolen trotzende Kochhütte zu errichten, damit die im vorigen Jahr so gut angenommenen Kochkurse für junge Mütter wieder aufgenommen werden können. Den beiden Spendern hierfür herzlichen Dank.

Homepage nach Totalausfall wieder „intakt“

Wer in der letzten Zeit die Homepage des Vereins besucht hat, konnte es schon erfahren: nach einem Total-Crash des Servers, auf dem unsere Homepage läuft, ging nichts mehr. Unser Webmaster hatte einiges an Arbeit zu leisten, um alle Informationen wieder zugänglich zu machen. Großes Dankeschön hierfür. Nun sind auch die neuesten Bilder von der Eröffnung des hc und von einem schönen Konzertabend für RDI hier in Bremen online zu betrachten.

Zum Schluss

Nach so viel Dank an alle Unterstützer, auch an die, die ich möglicherweise vergessen habe extra zu erwähnen, bleibt mir jetzt nur noch, Euch allen einen sonnigen Herbst, eine schöne Vorweihnachtszeit, ruhige Festtage und einen guten Start in ein neues Jahr 2016 zu wünschen. Auch im kommenden Jahr, das ist meine feste Überzeugung, werden wir durch unser Engagement einen kleinen Wassertropfen auf diesen glühenden Stein der Armut und des Elends platzieren können.

 

für den Vorstand

Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

 

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2015-10-01 09:45:392017-12-12 11:00:00Riverboat-News Nr. 05 Oktober 2015

Riverboat-News Nr. 04 August 2015

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde und Förderer des Vereins,

es ist Sommer, die Urlaubs- und Reisezeit in vollem Gange. Trotzdem erreicht Euch dieser Newsletter etwas verfrüht. Grund dafür sind die aktuellen Ereignisse in Gambia, über die wir Euch zeitnah informieren möchten.

Health Center Buniadu kurz vor der Wiedereröffnung

Nachdem Heike und Heiner Tautz nun wieder seit drei Monaten in Gambia aktiv den weiteren Um- und Ausbau des Health Center vorantreiben, gehen wir mittlerweile davon aus, dass es Mitte August dann endlich so weit sein wird und das Health Center in neuem Glanz wieder seine Türen öffnen kann und Heike nicht mehr Behandlungen unter dem Dach des Bantaba improvisieren muss. Eine Fotostrecke von den Renovierungsarbeiten findet sich voraussichtlich bald auf unserer Homepage www.rdi-ev.de unter „Bildergalerien“.

Neuer Krankenwagen hat Gambia erreicht

Manche von Euch haben es vielleicht über Facebook mitverfolgt, wie drei junge Leute aus Ganderkesee den von unserem Vereinsmitglied Uwe Schwager gespendeten Krankenwagen in einer abenteuerlichen Aktion auf dem Landweg über Marokko, Mauretanien und den Senegal nach Buniadu gebracht haben. Am meisten Nerven haben dabei wohl die aufwändigen Grenzformalitäten gefordert. Vorab war der Krankenwagen in Deutschland generalüberholt und mit Schriftzug und RDI-Logo für das Health Center versehen worden. Unser Dank gilt neben dem großzügigen Spender allen weiteren Personen, die durch ihr Engagement diese Aktion ermöglicht haben. Auch hierzu finden sich demnächst auf der Homepage Presseberichte und eine Fotostrecke.

Unruhige Zeiten in Buniadu

Leider gibt es in diesem Newsletter auch weniger schöne Dinge zu berichten. Über einen deutschen Handwerker, der für kurze Zeit als Freiwilliger in Buniadu mitgearbeitet hat, aber schon bald von der Projektleitung entlassen werden musste, erreichten uns im letzten Monat mehrere Briefe von ehemaligen Mitarbeitern des Health Center sowie von einigen Bewohnern des Dorfes, in denen Heike und Heiner vorgeworfen wurde, in Buniadu nur für ihre eigenen Interessen zu arbeiten und Spenden aus Deutschland veruntreut zu haben. Auch wenn sich diese Vorwürfe rasch als Stimmungsmache entpuppten, bleibt die Tatsache, dass zumindest ein Teil der Bevölkerung unzufrieden ist, vor allem wegen der langen Schließung des Health Center.
So wurden Forderungen laut, alle gespendeten Materialien, Werkzeuge und auch der gerade in Buniadu eingetroffene Krankenwagen müssten in das Eigentum des Dorfes, bzw. des Dorfentwicklungskommitees übergehen. Mehrere Gesprächsrunden unter Anwesenheit der örtlichen Autoritäten konnten bisher nur wenig zur Beruhigung beitragen, vor allem da unser ehemaliger Freiwilliger immer wieder versuchte, die Stimmung im Dorf gegen Heike und Heiner aufzuheizen. Wenn die Beiden auch nach ihrer Aussage inzwischen nicht mehr um ihre Sicherheit besorgt sind, bleibt die Situation angespannt.
Ein lange vorbereitetes Fußballturnier mit im Krankenwagen mitgebrachten Tornetzen, Bällen, Pokalen etc. ging in Tumulten unter, die erst durch das Eingreifen des Militärs beendet werden konnten, was allerdings in Gambia keine Seltenheit ist (und in Europa ja auch manchmal passiert).
So bleibt uns nur zu hoffen, dass vor allem durch die Wiedereröffnung des Health Center wieder Ruhe und Frieden auf der North Bank des Gambiaflusses einkehren wird, damit die Arbeit des Vereins dort in Sicherheit weiter geführt werden kann.

Alhagie in Italien

Über Facebook erreichte uns die Information, dass unser ehemaliger Rezeptionist die gefährliche Reise über das Mittelmeer heil überstanden hat und nun in Italien als einer von unzähligen Flüchtlingen einer ungewissen Zukunft entgegen sieht. Sein Traumziel ist natürlich Deutschland, aber ob sich dieser Traum für ihn verwirklichen wird, bleibt abzuwarten.

Entwicklungspartnerschaft Ganderkesee – Buniadu in Planung

Über die Fraktion der „Grünen“ im Rat der Gemeinde Ganderkesee wird eine Unterstützung unseres Vereins durch die Gemeinde und eine Förderung der gesamten Region Buniadu vor allem in landwirtschaftlicher Hinsicht angeregt. Hierzu haben bereits einige Gespräche stattgefunden. Presseberichte und weitere Informationen sind ebenfalls auf unserer Homepage zu finden.

Neue Mitgliederliste in Arbeit

Bei der Vorbereitung einer neuen Mitgliederliste für alle die Vereinsmitglieder, die einer Veröffentlichung ihrer Daten innerhalb des Vereins zugestimmt haben, fiel uns auf, dass wir das Einverständnis für diese Veröffentlichung nur von knapp der Hälfte der Vereinsmitglieder vorliegen haben. Wer also interessiert ist, z.B. Rundmails von anderen Vereinsmitgliedern zu erhalten, sollte dieses Einverständnis zeitnah mitteilen unter christian.goeken@rdi-ev.de

Mitgliederversammlung im November

Obwohl in diesem Jahr keine Vorstandswahlen o.ä. anstehen, planen wir eine Mitgliederversammlung Anfang November, um über die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen berichten, diskutieren und ggf. abstimmen zu können. Eine offizielle Einladung mit detaillierter Tagesordnung wird natürlich fristgerecht verschickt werden.

Ich wünsche Euch allen einen erholsamen Sommerurlaub und hoffe, möglichst viele Vereinsmitglieder auf der oben erwähnten Versammlung begrüßen zu können.

für den Vorstand
Dr. med. Markus Schopp
2. Vorsitzender RDI e.V.

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2015-07-01 15:08:522017-12-12 11:00:10Riverboat-News Nr. 04 August 2015

Bericht von Annika, Timm und Sören

über die Überführung des „neuen“ Krankenwagens von Ganderkesee / Deutschland nach Buniadu / Gambia

18.06.2015:

Abfahrt: 19.06.2015, 16:00 Uhr, Esso- Tankstelle Hoyerswege
voraussichtliche Ankunft in Buniadu: ungewiss (vllt. Anfang Juli)
19.06.2015:
Die Eifel haben wir nun fast hinter uns. Die gut 700 Höhenmeter haben wir schon mal gemeistert. Gleich geht es zum ersten Tankstopp in Luxemburg. Die erste Spinnenattacke hat Annika auch hinter sich. Deal des Tages!…LEIDER KEIN NEUER Krankenwagen. Torsten und Sven haben uns rausgewunken um uns mit frischem Kaffee und weiteren Spenden zu versorgen. Vielen Dank dafür!!!

20.06.2015:

Soo… Sind gerade an Barcelona vorbeigefahren. Leider vier Stunden hinterm Zeitplan. Wir mussten in Frankreich eine zweistündige Reperaturpause einlegen, weil unsere Antriebsachse Öl verlor. Dank unserem KFZ-Meister und zwei netten LKW-Fahrern konnten wir das Leck versiegeln. Neben uns ist dann ein Mercedes in Brand geraten. Für die Löschaktion musste dann unser Feuerlöscher zum Einsatz kommen, der nun leider auch leer ist. Nach dieser Aufregung mussten wir erstmal eine leckere Kartoffelsuppe aus der Dose verschlingen. Die Hälfte davon wollte sich aber lieber auf Timms Hose und T-Shirt ausbreiten! Trotz einiger Pannen fahren wir nun Marokko entgegen. Ob wir die Fähre morgen früh um zehn schaffen, werden wir heute Nacht entscheiden.

22.06.2015:

Guten Morgen! Nachdem wir mit unserem Bleifuß durch Spanien gejagt sind und gestern noch unsere Fähre erwischt haben, haben wir uns ein Hotel hier in Tanger Med, Marokko genommen, um die Körperhygiene wieder auf einen akzeptablen Stand zu bringen und um unsere Akkus wieder aufzuladen. Ein anderer Grund für unsere Rast neben dem Hafen ist, dass unser kleiner Wagen (dass die Berge in Spanien wirklich gut gemeistert hat, auch wenn er oft heulen musste) den Hafen gestern nicht verlassen konnte. Grund war der fehlende Verantwortliche, der Sonntags und Mittwochs frei hat. Unser Auto steht nun also noch im Dépot des bewachten Hafen. Aber alle Beteiligten waren sehr nett und haben uns versichert, dass wir heute den Hafen ohne Probleme verlassen können. Munter bleiben!

23.06.2015:

Einen wunderschönen guten Abend! Wir sind in Tanger Med und haben gerade im gleichen Hotel wie vorgestern eingecheckt. Gestern sind wir mit dem Zug ( haben ja kein Auto) vier Stunden nach Rabat (Hauptstadt von Marokko) zur gambianischen Botschaft gefahren. Die hatte leider zu und wir mussten ein schönes vier Sterne Hotel nehmen (dem deutschen Standard natürlich weit voraus, siehe Foto 😉 ). Heute früh haben wir dann das Dokument bekommen, dass unser Batmobil aus dem Hafen holen soll. Da wir dann unter Zeitdruck standen sind wir mit dem schnellsten Taxi der Welt zurück nach Tanger Med gefahren. Auf dem Weg flog bei 120 Klamotten fast das Dach weg. Es handelte sich aber um einen guten alten Mercedes aus den 70igern, sodass wir heute um 15:37 am Hafen waren. Leider macht der Zoll dort um 15:00 zu. Aaaalso wieder bis morgen früh warten. Macht aber nichts! Die Polizisten kennen uns schon und wir müssen nur noch manchmal unseren Pass vorzeigen, wenn wir zum Dépot wollen, wo unser Auto steht :). Es ist herrlich mit anzusehen, dass alle immer helfen wollen und dann doch nicht helfen können ;). Unser Lieblingswort der letzten Tage und das erste Wort auf französisch , dass Timm gelernt hat ist: „Demain“ (Morgen). In diesem Sinne: bis demain!

24.06.2015:

Passierschein A38 wird gesucht !!! Das Dokument hat heute leider wenig gebracht. Es war „the procedure as every day“: Hingegen, warten bis jemand zur Arbeit kommt ( meistens um halb zehn ), Problem erklären, alle Papiere und Dokumente vorzeigen, warten ……es wird dann immer viel telefoniert und dann warten …… es kam gegen Mittag ein Mann zufällig vorbei, der uns schon öfters im Zollbereich sitzen gesehen hat ….. Dieser Herr hat dann mit dem Zollbeamten gesprochen und unseren Fall in die Hand genommen. Endlich wurden unsere Dokumente mal bearbeitet und in seinem Büro in einen Aktenkoffer gepackt, mit dem es dann raus in den Hafen ging. Hier wurden in Marathonlauf zehn Unterschriften und zehn Stempel gesammelt, nur damit wir den Hafen verlassen können. Von unserem Dokument, welches wie extra aus Rabat geholt haben, wollte keiner mehr was wissen. Nach ACHT EINHALB Stunden hatten wir angeblich alles, was wir brauchten. Also ab zum Depot und unser schönes Batmobil ( das sichin der Sonne wacker schlägt ) rausholen ! Aber Moment ….. da fehlt noch ein Stempel !!!!! Also zack, zack Stempel holen !!! Sooo …. dann hatten wie endlich den letzen Stempel und dann hatte der Zoll plötzlich wieder zu ….. Also „demain“…. Wir halten die Ohren steif. Einen großen Dank möchten wir heute Mohand aussprechen, der seit gestern mit uns diese Chaos mitmachen darf. Er ist ein sehr enger Bekannter von Thomas Friedrich ( in Marokko lebender deutscher ). Er spricht fließend deutsch, berbisch, französisch und arabisch. Er war uns daher eine große Hilfe. Wir machen uns nun eine schöne Dose Ravioli. Bis morgen !

25.06.2015:

Guten Morgen! Heute ist Sörens Geburtstag! Happy Birthday, Sören! Leider ist das Geburtstagsbier in den letzten Tagen aus unerklärlichen Gründen schon frühzeitig verschwunden ;). Wir sind guter Dinge und hoffen, wie jeden Tag, das Beste! Sörens Geburtstagswunsch: „Raus aus dem Hafen!“

 

 

26.06.2015:

Guten Abend! Wir konnten wir den Hafen gestern um 15:30 Uhr verlassen! (Saubär!) Wir haben uns im Laufe des Abends dazu entschlossen auch die Nacht durchzufahren, weil die Autoroute (Tanger Med-Agadir) teilweise sogar in einem besseren Zustand ist, als die deutsche Autobahn. Wir konnten somit heute die Westsahara erreichen und befinden uns gerade in Boujdour, wo wir heute auch übernachten. Die Wüste ist einfach atemberaubend. Soviel Ruhe und Einsamkeit haben wir noch nicht erlebt. Ab und zu kreuzen uns ein paar Kamele oder Ziegen. Die Straßen waren bis auf einige Kilometer auch gut befahrbar. Wenn alles gut geht, erreichen wir morgen die Grenze nach Mauretanien! Allerdings sollen die Straßen nicht mehr so angenehm sein. Aber wenn wir morgen um vier aufstehen und losfahren, sobald die Sonne aufgeht, dann können wir die Grenze nach Mauretanien zur rechten Zeit erreichen. Haben heute noch nichts gegessen (in der Wüste ist ja nicht so viel) und freuen uns schon auf ein Festmahl! (selbstgemachtes Brot von nebenan, Käse und Wasser UND ein Glas Gewürzgurken!

27.06.2015:

Hallo. Gestern Abend, gegen kurz vor acht, heute Nacht um drei und eben, um 4:25, gingen hier die Sirenen los. Ich saß senkrecht im Bett, während die Jungs einfach weiterschliefen. Wir wissen, dass es mit Ramadan zu tun hat. Kann uns da jemand etwas genaueres sagen? Soll das für alle Menschen ein persönlicher Weckruf zum beten sein? In den bisherigen Orten haben wir das nicht erlebt. So einen Wecker bekommt man selten! Machen uns in einer halben Stunde auf die Socken.

28.06.2015:

Hallo zusammen. Bei uns ist es gerade 9:26. Wir haben heute Nacht im Hotel Wissal in Nouakchott eingecheckt . Die Grenze nach Mauretanien hatten wir gestern überraschend früh erreicht. Das Niemandsland (zwischen Marokko und Mauretanien ) ist, wie schon vermutet sehr, sehr schwer zu befahren. Hier gibt es keine Straße, sondern nur Gestein, Felsen, Sand, hunderte kaputte Autos und die Minen. Nach den ersten Metern bekamen wir es mit der Angst zu tun, weil unser Batmobil nonstop von links nach rechts schaukelte (riesige Umkippgefahr!!). Bis dahin hätte ich nie gedacht, dass er so eine Schräglage meistert. Doch der Meister der Niemandslandpiste, Timm, konnte diese gut 2-3 Kilometer ohne Schäden bewältigen! In unserem Auto saß zusätzlich der liebe H’meda, der uns durch dieses Labyrinth geführt hat und auch mit der Abfertigung an der Grenze geholfen hat. An dieser Stelle: Danke H’meda! Kaum über die Grenze mussten wir mit Sandverwehungen und wie vorher auch mit Kamelen und Ziegen rechnen, die die Straße überqueren. Nach gut einer Stunde mussten wir ein Auto anschieben, dass auf der Wüstenstraße eine Panne hatte. Das Auto sprang nach einem zweiten Versuch endlich an. Bei gefühlten 80 Grad Celsius eine kleine Herausforderung. Im Laufe des Tages machten wir dann Ausschau nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Die blieb aber vergeblich aus, sodass die Dämmerung einsetzte und schließlich die Nacht. Wir entschlossen uns dann 80km vor Nouakchott zu schlafen (mittlerweile war es 22:00 Uhr). Dieser Versuch ging aber leider in die Hose. Unser Batmobil steckte im Sand fest… Also: Schaufel raus, buddeln, Schienen unterlegen und raus! Unterstützung erhielten wir von einem netten Mann, der zufällig vorbeifuhr. Er riet uns auch hinter ihm herzufahren und in Nouakchott eine Übernachtung zu suchen. Also sind wir hinterher gefahren und erreichten irgendwann heute Nacht Nouakchott.

 

 

 

Der Verkehr ist der Wahnsinn! Verkehrsregeln? – man weiß es nicht… Als deutscher Autofahrer mit typischen Regeln, wie „Ampel rot = Stop“ sind hier nur bei einigen Autofahrern bekannt. Doch schon nach wenigen Minuten im Großstadtdschungel fuhr Sören unseren Transit durch das Chaos, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht. Hut ab! Da die zuvor rausgesuchten Hotels alle kein Zimmer frei hatten und eins an besagter Stelle nicht vorhanden war, haben wir wertvolle Schlafstunden verloren. Zudem klagten wir über Übermüdung und Hunger. Wir waren schließlich fast 21 Stunden auf den Beinen (Start : Boujdour 5:30, Ziel: Nouakchott Wissal Hotel : 2:00). Durch einen Tipp haben wir aber endlich ein schönes Hotel gefunden. Wir brauchten unbedingt eine lange Nacht Schlaf. Dadurch werden wir es aber heute nicht mehr rechtzeitig zur Grenze schaffen (Arbeitszeit bis 15:00). Zudem sind uns die sauberen Köamotten ausgegangen und die dreckigen stinken so langsam ( nicht sehr schön…aber wir stinken zum Glück alle drei zusammen :)) Also haben wir uns entschlossen ( da heute auch Sonntag ist) uns einen Tag zu erholen und morgen früh mit vollgeladenen Akkus die Grenze Senégal zu meistern.

 

https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2014/04/BLOG_BILD.jpg 113 244 admin https://rdi-ev.de/wp-content/uploads/2017/08/banner-300x85.jpg admin2015-06-01 11:51:262017-09-18 10:48:11Bericht von Annika, Timm und Sören
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